Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Jüdische Jugend und Jugendwohlfahrt
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE JUGEND UND JFGEXDWOIlLf AlIRT 71 richtungen. Je mich den örtlichen Erfordernissen genügen - doch zumindest für den Anfang — die Räume eines oder mehrerer Stockwerke. An der Inneneinrichtung, die selbstverständlich allen sanitären Bedingungen entsprechen müßte, wird die Jugend jedes Ortes gern mitarbeiten und sich bemühen, den Kostenaufwand herabzusetzen. Abgesehen von den Ersparnissen, die trotz der Mitarbeit der Jugend nicht unbedingt sehr groß zu sein brauchen, liegt in dieser tätigen Mithilfe ein pädagogischer Werl. Ein Heim, das die .lugend sich selbst hat aufbauen helfen, bei dessen Ausgestaltung sie ihre eigenen Wünsche hat erfüllen können, wird für sie einen anderen Werl darstellen als ein Heim, das ohne ihr Zulun entstanden ist. Bei der Aufbringung der Miltel für ein solches LI ei m würde auch die .lugend ihre Kräfte zur Verfügung stellen, und so praktisch mithelfen, die finanziellen Bedenken zu zerstreuen, die gegen die Errichtung eines solchen Heimes geltend gemacht werden. Daß es einem jugendlichen Kreis nicht unmöglich ist. linanzkräfiige Kreise für solche Institutionen zu interessieren, beweisen die Erfahrungen, die paritätische Vereine — es sei an das Jugendheim des Arbeilerkrciscs Zugscharen (Leite1!* K. Lennhoi]') in Berlin erinnert bei ähnlichen Versuchen gemacht haben. iTXaben wir uns bisher an das gehalten, was den Besprechungsstolf in Seesen abgab, so möchten wir jetzt einen Punkt berühren, der in Seesen nicht behandelt worden ist. Es ist aber zu bemerken, dal.) dieses Thema nicht angeschlagen zu werden brauchte, weil dort ja im wesentlichen Probleme zur Debatte standen, die den bereits in der Wohlfahrtspflege siehenden Jugendlichen oder Jugendbewegten" direkt beruflich angingen, und weil es sich dort um Forderungen handelte, zu deren Propagierung und Verwirklichung es der Masse der Jugendlichen als eines Willens- und Machtfaktors bedurfte. Es bleibt also noch der Teil der Jugendarbeit zu besprechen, der aus der E r f a s s u n g d e s e i n z e 1 n e n J u g e n d lieh e n resultiert, wobei von vornherein zur Vermeidung von Mißverständnissen betont sei, daß die Grenze des Jugendalters hier sehr weit nach oben verschoben ist. Denn für diesen Teil der Jugendarbeit kommen die noch aktiv in den Bünden Organisierten zum allergrößten Teil nicht in Frage, weil einmal diese Jugendlichen noch zu jung für diese Aufgaben sind, und sich auch die Bünde mit Recht gegen eine Einspannung ihrer aktiven Leute in „außerbündische" Angelegenheiten sträuben würden. In Frage kommen für sie im wesentlichen Menschen, die aus Bünden