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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Jüdische Jugend und Jugendwohlfahrt
Date
1930-01-01
Page
Seite 70 (sequence 8)
Language
German
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70 M ENORA II l ü 1 i g u n g i n n e r h a 1 b cl e r E i n r i c h l u n g e n. Die Orls-, beziehungsweise Landesausschüsse müssen ihre vornehmste Aufgabe darin seilen, immer wieder den Blick der in Frage kommenden Gremien auf diese Arbeil zu lenken. Die Jugend isl noch in der glücklichen Lage, ihre Forderungen nicht dem enggesleckten Rahmen des Klais anpassen zu müssen. Sie ist diesen Beschränkungen gegenüber noch ungebunden. Diese .AYranlwortungsIosigkeir* darf und wird sie nie dazu bringen, unbegrenzte Forderungen zu erheben. Sie muß ihr nur die Schwungkraft verleihen, immer wieder erneut an die verantwortlichen Stellen herantreten zu können. Einem dauernden Appell werden sich die Gemeindebehörden nicht ver.schlieI.Um. besonders dann nicht, wenn sie einsehen, daß die aufgewendeten Mittel nicht nutzlos vertan sind. Letztes Ziel aller Forderungen auf diesem Gebiet muß die Errichtung eines J u g e n d h e i m e s oder J u g e n d z e n- 1 iu m s sein. Auch hieran wieder müßte jeder Ortsausschuß seine n Ehrgeiz setzen, um am schnellsten und besten die Realisierung dieser Forderungen zu erreichen. Das Jugendzentruni, das zumindest in jeder Großstadl vorhanden sein müßte, muß der Kristallisalionspunkt der gesamten Jugendarbeit eines Ortes sein. Alle Einrichtungen der halb-offenen Jugendfürsorge von der Krippe1 über Kindergarten und Hort müßten sich in diesem Hause linden. Dieses Heim, das gleichzeitig allen Gruppen der Jugendbünde Raum bietet, sollte auch der Punkt sein, der jedem Jugendlichen der Großstadt Ersatz für sein fehlendes Zuhause ist. Durch seine Einrichtungen. Bibliothek. Spiel- und oiTene Klubräume, Veranstaltung von Vorträgen .und Musikabenden usw., muß es gelingen, die Jugendlichen der Straße, dem Kino usw. zu entziehen und viele Ge fahrenpunkte aus dem Leben dieser Jugendlichen hinwegzuräumen. Die J u g e n d p f 1 e g e g r u p p e n. die in solchen Räumen untergebracht wären, könnten auch viel leichler den in Seesen aufgestellten Forderungen entsprechen. Haben diese Gruppen am gleichen Ort wie andere Jugendgruppen ihren Heimabend, kann sich unter der in einem solchen Heim herrschenden Atmosphäre ein bestimmtes Gruppen leben entwickeln, so werden diese Gruppen am ehesten ihres Fürsorgecharakters entkleidet. Sind die Räume so ausgestaltet, daß sie gern von Jugendlichen aufgesucht werden, dann können diese Gruppen sich auch auf dem Prinzip der Freiwilligkeit aufbauen. Diese Heime, für die in manchen Orlen schon Ansätze vorhanden sind, die in großen Stadien sogar an mehreren Punkten errichtet werden müßten, verlangen keineswegs luxuriöse Bauten oder üppige Ein-

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