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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Jüdische Jugend und Jugendwohlfahrt
Date
1930-01-01
Page
Seite 69 (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE JUGEND UND JUGENDW0IIL1 A1IHT 69 Sehr Beachtliches wird in dem auf dieser Tagung gehaltenen Referat über den Wert und die Bedeutung der halb-offenen Fürsorge gesagt. Mit vollem Recht wird darauf hingewiesen, daß von jüdischer Seite aus dieser Zweig der Jugendarbeit noch längst nicht genügend gewürdigt wird. Die in Deutschland auf diesem Gebiet vorhandenen Einrichtungen entsprechen bei weitem nicht den Erfordernissen. In ganz Deutschland gibt es e i n e jüdische Krippe. 35 Kindergärten und etwa 25 Kinderhorle. Man ist über die geringe Zahl der vorhandenen Institutionen erstaunt, wenn man die Bewertung bedenkt, die diese Einrichtungen seitens moderner Pädagogen und Psychologen erfahren. Diesen Institutionen, denen es durch ihre Struktur gelingt, die Vorteile eines Heimes und die einer Fainilienerziehung zu vereinen, verdienen auch vom rein fürsorgerischen Standpunkt aus weitestgehende Verbreitung. Es gilt, das Kleinkind aus den ungünstigen Verhältnissen der großstädtischen Wohnung für große Teile des Tages herauszunehmen, denn gerade die moderne Psychologie lehrt uns, wie wichtig die ersten Eindrücke des Kindes für seine spätere Entwicklung sind. Es gilt, darüber hinaus der Mutler, die in den Großstädten doch in den weitaus meisten Fällen mit berufstätig ist. die Sorge um das Kind abzunehmen. In der Regel muß sie die Betreuung des Kleinkmdes einem ihrer älteren Kinder oder einem älteren arbeitsunfähigen Mitglied der Familie oder Nachbarschaft überlassen, wenn es nicht ganz unbeaufsichtigt in der Wohnung bleiben soll. Daß diese inigenügende Aufsicht wesentliche Gefahrenpunkte in pädagogischer, moralischer und hygienischer Beziehung im Gefolge hat, bedarf keiner näheren Begründung. Das gleiche gilt für das unbeaufsichtigte ältere Kind, das große Teile seiner schulfreien Zeil auf der Straße verbringen und seine Schularbeiten oft unter ungünstigsten äußeren Bedingungen anfertigen muß. Es liegen hier oft die Ansatzpunkte zu Gefährdungen, die später eine Heimunierbringung notwendig machen. Wären Einrichtungen der halb-ohenen Fürsorge in genügendem Maße vorhanden, so würde wahrscheinlich diese einschneidende Maßnahme vielfach wegfallen können. Es sei endlich noch daran erinnert, daß die berufstätige Mutter in völliger Ruhe ihrer Arbeit nachgehen kann, wenn sie ihr Kind unter fachmännischer Obhut weiß und am Abend keine unangenehmen Überraschungen bei ihrer Rückkehr in ihr Heim befürchten muß. Auch hier wieder erwachsen der jüdischen Jugend zwei Aufgaben: W e c k u n g des I n t e r e s s e s de r Ö f f e n t 1 i c h k e i t und 13 e-

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