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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Jüdische Jugend und Jugendwohlfahrt
Date
1930-01-01
Page
Seite 64 (sequence 2)
Language
German
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64 MENORAH verstärktem Maße an Theorie und Praxis der jüdischen Wohlfahrtspflege ihr Interesse bekunden und betätigen. LJieser Einstellung der jüdischen Jugend entsprach die Gründung des R e i c h s a n s s c h n s s e s d e r j ü d i s c h e n .J u g e n dverbä n d e mit dem Sitz in Berlin, einer Dachorganisation, der sämtliche jüdischen Jugendbünde Deutschlands angehören. Sie konnte bei der starken Zerklüftung der jüdischen Jugend nur dadurch gelingen, daß die für alle Bünde gemeinschaftliche Verpflichtung zu sozialer Arbeit betont und die trennenden Momente der politischen und religiösen Grundansehauimg zurückgestellt wurden. Aus diesem Geist heraus leistete der Reichsausschuß soziale Arbeit an der jüdischen Jugend durch Sch a Illing des Jugendheimes in Seesen am II u r z. Ausdruck des in der jüdischen Jugend wirkenden sozialen Wollens war auch die Sozial e W o c h e i n S e e s e n. ( Dezember 1928.) liier traf sich, was von der jungen Generation bereits in der jüdischen Wohlfahrtspflege beruflich tätig ist. Die auf dieser Tagung gehaltenen Referate unterbreitete der Reichsausschuß in einem Sonderheft seiner ,,Mitteilungen*' einer weiteren Öffentlichkeit, um die soziale Verantwortlichkeit des einzelnen zu stärken und ..dem auf dem Gebiet der sozialen Arbeit einheitlichen Willen der jüdischen Jugend zur konkreten Verwirklichung zu helfen". Die gleiche Absicht liegt vor. wenn hier mit der Besprechung dieser Referate der Versuch verbunden wird, einige ergänzende Anregungen zu geben und auf — wie es scheint — nicht völlig ausgen u tzte A r beii smögl ichkeiten 1 iinzuwei sen. Charakteristisch für die Menschen, die diese Referate hielten, und für den Kreis, den sie repräsentieren, ist die Tatsache, daß Referate und Resolutionen sich fast ausschließlich mit Fragen der J u g e n d w o h 1f ahrt befaßten. Dies entspricht ganz der Einstellung der Jugend, die nicht nur helfen, sondern bei der Hilfeleistung auch gleichzeitig positiv gestalten will. Die Jugendwohlfahrtsarbeit, die gleich stark erzieherisch wie rein helfend eingestellt ist, kann immer auf ein besonders starkes Interesse der Jugend rechnen. Alle Maßnahmen der Fürsorge am jugendlichen Menschen, vom Säugling bis zum im Berufsleben stehenden Jugendlichen, wurden einer kritischen Betrachtung unterzogen und regten zu Verbesserungsvorschlägen an. Heimerziehung, halboffene und ofl'ene Jugendfürsorge standen im Mittelpunkt der Erörterung.

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