Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1929)
- Article
- Thoraschrein, Almemor und Vorbeterpult
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 623 (sequence 5)
- Language
- German
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THORASCHREIN, ALMEMOR I NI) VORBETERPÜET den wagrechten Fächern der Schrank ohne Böden, der die vertikale Aufstellung ermöglicht. Das Aufwärtsstreben des Mittelaltars macht sich bereits geltend und die allgemeine Geschmackswandlung verrät sich auch in einer Einrichtung der Synagoge4. \\ Abb. . Das Vorbctcrpult der Synayoye von Isabelin PhotograpJiic im Besitze des Herrn Heinrich Eiscr Frankfurt a. M. Nachdruck verboten enn wir nun aus den Darstellungen des Altertums und des Mittelalters Einblick in die Hantierungen mit den Thorarollen gewinnen, so ist das nicht die einzige Ausbeute unseres Bildmaterials. Es klärt uns auch über den Platz des Vorlesers auf. Man schlage in der amerikanischen Jewish Encyclopaedia nach und wird feststellen, daß der Artikel Almemor nichts Konkretes über die mittelalterlichen Formen der Vorlesekanzel bringt. Das Schrifttum, das als hauptsächlichste Quelle benutzt wurde, gibt mancherlei Interessantes über die Frage des Standortes des Almemor. Wir nehmen teil an der lebhaften Diskussion über die Mittelstellung des Vorleserstandes. Wir erfahren alle Argumente für und wider die Mittelstellung, aber wie der Almemor ausgesehen hat, darüber erhallen wir keinen Aufschluß. Erst unserer Zeit blieb es vorbehalten, das Problem der Form des mittelalterlichen Almemor zu behandeln, und zwar mit Hilfe der zeitgenössischen Kunstdenkmäler. Auf Grund des reichen Bildmaterials, das in den hebräischen Handschriften des Mittelalters gefunden wurde, konnte nachgewiesen werden, daß der Almemor bei den Juden des Orients und in Spanien die Form einer auf Säulen getragenen Kanzel hatte, im Gegensatz zu der wenig erhöhten, dafür aber ausgedehnteren Vorleserestrade der Synagogen der aschkenasischen Juden. Das Problem ist eingehender in meinem Artikel über den Almemor in der Encyclopaedia Judaica (Band II) behandelt. Und nun möchte ich auf eine Darstellung hinweisen, die einem Machsor aus dem 14. Jahrhundert deutscher Herkunft, jetzt in der