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Menorah · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 605

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Article
Juden sollen Bauern werden!
Date
1929-11-01
Page
Seite 605 (sequence 4)
Language
German
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JUDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! 605 nach dem XeTlahgebel, stand er auf den Beinen, weinte und beide mil Inbrunst. Anderen Tags, am Morgen, erfuhr man, daß er in der Naehl Selbstmord beging, indem er sich eine Kugel in den Kopf jagte. Der Tempelvorsleher. Louis IL Brüh und Rabbiner Henri Joseph, die davon Kenntnis hatten, daß Roths. Erau und Kinder getauft waren, begaben sich in seine Wohnung, um die Leiche nach jüdischem Ritus zu bestatten. Sie fanden sie jedoch von katholischen Heiligenbildern umstellt und zu ihren Häupten einen Geistlichen. Die jüdischen Vorsteher protestierten dagegen, aber seine saubere Erau erklärte, und der Geistliche bestätigte es, daß er vor dem Tode die Taufe genommen hatte. Die Juden wollten den Prozeß weg betreten und wandten in der Klage ein, daß Roth gewiß nicht den ganzen Tag im Tempel verbracht hätte, wenn es in seiner Absicht gelegen wäre, sich zu taufen. Überdies habe er kaum eine halbe Stunde, nachdem er sich von der ,.Congregacion Israelita** entfernt hatte, Selbstmord begangen und gai keine Zeil gehabt, zum Christentum überzutreten. Aber es kamen sehr anrüchige Familienverhältnisse zutage. Man erfuhr, daß die Familie von irgendeinem Geistlichen ausgehallen wurde und daß von dem Riesenvermögen, das er sich bei der Kolonisation zusammengestohlen hatte, nichts mehr da war: alles war auf die schändlichste Weise verschwendet worden. Kurzum, die jüdischen Vorsteher ließen ihre Hand von ihm. Er wurde auf dem christlichen Friedhof bestattet und seine getauften Erben sind nun treue Katholiken. Armer, armer Roth! Wir werden auf den zweiten Direktor nach dem großen, geistreichen Dr. Loewenthal, auf den engherzigen Adolf Roth, noch zurückkommen. Am neunten Tag nach dem ,,Aulstand" trafen hohe, zweirädrige Wagen ein. die zweiundzwanzig Gefangenen wurden an Bretter gefesselt, und abgeführt. Ein bewaffneter Polizist nahm am Wagen Platz, während zwei Reiter zu beiden Seiten folgten. Keine Kleinigkeit, solche hartgesottene Verbrecher! Unter einer Flut von Tränen wurden sie nach Casare1/, gebracht und von dort mit der Bahn nach Xuevo de Julio, wo sie wegen des ..Aufstandes" dem Richter überantwortet werden sollten. Der gute Dr. JalVe folgte ihnen, um sich für sie zu verwenden. Wahrend sie aus der Kolonie weggeführt wurden, machten sich achtundvierzig ..Ledige", zum Protest gegen diese Grausamkeit, zu Fuß nach Casare/, auf, mit der Absicht, sich bis Buenos Aires durchzu-

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