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Menorah · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 505

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Article
Die Juden in der romantischen Musik
Date
1929-09-01
Page
Seite 505 (sequence 7)
Language
German
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DIE JUDEN IN DER ROMANTISCHEN MUSIK f)05 Äußerliches, ähnlich wie bei Brahms. Mendelssohns weiche, weibliche Natur halte zur strengen Form kein innerliches Verhältnis, so wenig es ein anderer Romantiker hatte. Das gleiche Beispiel wie Mendelssohn ist Mahler. Menschen, die ihn der Trivialität zeihen, übersehen den nietaphysisehen Ursinn dieser aus der Atmosphäre enl materialisierter Geisligkeit tönenden Musik. Mahler ist das lleischgewTordene mystische Welterlebnis, das im letzten Grunde nur eines kennt: die Liebe. Liebe steht aber jenseits der Grenzscheide Schön und Häßlich. So wie die Mutter jedes Kind liebt, das aus dem zeugenden Wunder ihres Schoßes komm!. In der Liebe sprechen nicht Wert oder Unwert, sondern Notwendigkeil. Mahler ist diesem Satze wieder sein erster Apostel geworden. Schönberg sein fanatischster. •Jacques Odenbach betrachten, heißt ihn im Zusammenhang zu sehen mit dem, was man gemeinhin .,j ü d i s c h e I r o n i e" nennt. In ihm lebt sie ebenso leidenschaftlich, wie elwa in Heinrich Heine oder in einigen Jüngeren, wie Mynona oder Sternheim. Der Zynismus ist ein jüdisches Moment par excellence. Von dem Spottlied des Buches Jesaja auf den assyrischen König Sanherib bis Jesus (vgl. Paulsen: „Das Ironische in der Stellung Jesu"), von dem Spott der Karäer gegen das talmudische und rabbinische Joch bis Probat Durans polemisch-exegetische Satire gegen das Christentuni, von Heine und Orlenbach über Schnitzlers und Sternheims Komödie bis Mynonas und Ehrensteins Groteske und die Tages-Invektive Th. Tb. Heines geht eine Linie. Der Jude hatte immer etwas von der „romantischen Ironie'4. Sie liegt ihm schlechthin im Blut, und er überholt dabei seine romanischen Geistesverwandten von Voltaire bis France. Flaubert prägte das Wort: „Le cynisme (-online ä la chastele". Und im ähnlichen Sinne sagte Nietzsche: „Groß reden: das ist zynisch und mit Unschuld.'* Der Zynismus hat seine psychologischen Wurzeln ganz im Irrationalen, wie das Lachen überhaupt. Bergson hat recht, wenn er glaubt, daß man deshalb das Lachen so selten philosophisch behandelt hat. weil es nicht zu fassen ist. Es dreht sich hamletisch, sobald man danach greift. Bei dem Zynismus mischen sich gewiß rationale Elemente bei, aber sein Wesensgrund ist ein irrationaler. Das ist eben seine „Unschuld". Zweifellos knüpfen sich seine Bedingungen an Epochen, insbesondere an E p o c h e n d e r W e n d e. Sokrates und Aristophanes. III. J a c q u e s () f f e n b a c h

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