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Menorah · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 377

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Article
Fanny
Date
1929-07-01
Page
Seite 377 (sequence 15)
Language
German
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FANNY 377 geborene Gabe der Karikatur nannte sie es. ,Wenn sie nur gepflegt werden könnte.' Aber Theodor brauchte natürlich alles. Das hat sie gequält." „Ach, Unsinn das! Ich amüsierte mich höchstens damitI" „Ja, aber was Sie amüsiert, könnte andere auch amüsieren. Es gibt so wenig unterhaltsame Dinge auf der Welt. . . Ihre Mutter war eine prächtige Frau, Fanny. Die beste, die ich je gekannt habe." — „Man kann kein Geld damit verdienen, selbst wenn man etwas leistet. Was läßt sich denn mit Karikaturzeichnen anfangen? Wer hat schon je' von einer Karikaturistin gehört? Und illustrieren könnt' ich nicht. Diese rosa Kitschbilder, die die Magazine verlangen! Ich will Geld verdienen, viel und gleich!" Sie stand auf, trat zum Fenster und blickte auf den steilen grünen Abhang der Waldschlucht, die sich wie ein natürliches Amphitheater unter dem Haus wölbte. „Geld, hm," sagte Vater Fitzpatrick nachdenklich. „Es ist beliebt und praktisch. Und Sie scheinen die Art Mädchen zu sein, die es bekommt, wenn sie sich's vorgenommen hat. Ich selbst hab' ja nie viel davon gehabt. Man sagt aber, es verwandle sich im Munde in Staub und Asche, wie man den ersten herzhaften Bissen davon nimmt. Doch das ist wohl nur Gerede, denk* ich." Fanny lachte ein wenig, während sie immer noch in die Waldschlucht hinabschaute. „Ich bin gewöhnt an Staub und Asche. Es wird kein neuer Geschmack für mich sein." Sie drehte sich jäh um. „Und da wir gerade von Staub und Asche sprechen, ist das nicht eine Schande, ein Verbrechen? Warum unternimmt man nichts dagegen?" Sie wies auf die verunstaltete Waldschlucht hin. Ihre Augen blitzten, ihr Gesicht sprühte vor Erregung. Vater Filizpatrick kam herüber und stellte sich neben sie. Sein Gesicht war traurig. „Das ist ein —," er unterbrach sich jäh und blickte in ihr glühendes Gesicht, dann räusperte er sich. „Das ist ein ganz natürlicher Vorgang," sagte er ruhig. „Winnebago wächst. Besonders dort drüben im Westen, seit die neue Mühle da ist und das Slraßenbahnnetz erweitert wurde. Man braucht den Grund als Bauparzellen. Das ist Geschäft und bringt Geld." „Geschäft! Es ist ein Verbrechen, es ist unerhört. Diese Waldschluchten sind die schönsten Punkte von Wisconsin. Sie sind Geschichte und Romantik und Schönheit." „Ja, scheint Ihnen das so?"

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