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Menorah · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 353

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Article
Mosaiksteine zur Kultur- und Sanitätsgeschichte der posenschen (großpolnischen) Juden am Ausgang des 18. Jahrhunderts
Date
1929-07-01
Page
Seite 353 (sequence 19)
Language
German
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MOSAIKSTEINE 353 Dr. Samuel Wolff Frankenstein, aus Straßburg in Westpreußen, erst einige Jahre interimistischer, seit 1798 ordentlicher Krcisphysikus von Lentschitz; Dr. Joseph Bewern, aus Halle gebürtig, der ein Jahr lang, 1798, Kreisphysikus in Schroda gewesen war und dann „aus Mangel an Unterhalt" freiwillig vom Amt zurücktrat, um seine 1795 aufgenommene Praxis in Inowraclaw bis zu seinem frühen Tode im Jahre 1807 fortzusetzen; der aus Lissa stammende Dr. Gura, der von 1798 an im Ostrzeszower (Schildberger) Kreis als Kreisphysikus angestellte, auch nach Wiederaufrichtung der preußischen Herrschaft im Jahre 1815 in sein altes Amt wieder eingesetzte Kempener Arzt; Dr. Levi Sobernheim jr., der Bruder des Posener Arztes Dr. Salomon Sobernheim, seit 1795 interimistischer, 1797 ordentlicher Stadtphysikus von Posen, 1798 bis 1803 Kreisphysikus des Wongrowitzer Kreises in Schocken, waren unstreitig vorher und nachher Juden. Für Bewern und Soberheim ergibt sich das schon allein aus der traurigen, aber für die Lage vor der Emanzipation bezeichnende Tatsache, daß beide nach Niederlegung ihres Amtes als Juden zum Hauskauf in Inowraclaw, beziehungsweise Bromberg nicht zugelassen wurden. Kreisphysikus des Szadeker Kreises in Lask war der „jüdische Doktor" Dr. Abraham J u d k a F e 1 i x, der vorher in Zaluszin praktizierte. Es spricht nichts dagegen, daß er Jude blieb. Dasselbe gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Kreisphysikus von Rawa, Dr. Berend Joachim Borchardt, der vorher im Dienste des Fürsten von Czartoryski in Litauen gestanden hatte, einer bekannten jüdischen Familie in Coeslin in Pommern entstammte und mit einer Breslauer Jüdin verheiratet war70). xxüe diese Leute hatten beste Empfehlungen von ihren ehemaligen Universitätslehrern und von hervorragenden und hochgestellten Ärzten, von Orts- und teilweise sogar von Militärbehörden für sich, und ihr Eifer war durch die Aussicht auf die feste Besoldung beflügelt worden, da sie sich fast durchgehend in nicht zu günstigen Vermögensumständen befanden. Für beides bietet die Geschichte ihrer Anstellung die Belege. Ausschlaggebend für ihre Ernennung aber war doch die Einstellung des Ministers Hoym zur Judenfrage. Als Hoym nach dem Tode des den Juden im ganzen nicht unfreundlich gesinnten Königs Friedrich Wilhelm II. aus der Verwaltung der ihm unterstellten polnischen Bezirke verdrängt wurde, und sein XL

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