Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Article
- Die Libanonrepublik
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 309 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE LIBAN O N K E P U B L I K 309 L/ ftr/ nonlandschaft (Ins „Palästina" ■■ Orbis tcrraruni - I"t rlag Er/ist ffasrnnt/i, Bern slina. Mesopotamien und Analolien versorgten, arbeileu jetzt nur zur Deckung des lnlandskonsums, unter scharfer Konkurrenz der Seifenfabriken Palästinas, die eine moderne Ausrüstung besitzen . . . Seit einigen Monaten werden bei uns in Palästina hergestellte Strümpfe und Socken zu Preisen verkauft, die jeder Konkurrenz trotzen . . .'" Diese übrigens reicblicb übertriebenen Schwierigkeiten, die dem Lande aus der Industrialisierung Palästinas erwachsen, bindern aber liier nicht, das Verständnis dafür das sagte mir gerade der Verfasser des Memorandums - daß auf die Dauer ein reicher Nachbar angenehmer ist als ein armer und man bat auch die Dinge etwas schwarz gemall, um dem Oberkommissär möglichst deutlich die Notwendigkeit einer aktiven Wirtschaftspolitik zu beweisen. Noch ein anderes Problem läßt den Optimismus der libanesischen Patrioten etwas leichtsinnig erscheinen: das der Majorität. Träger der libanesischen Staatsidee sind die Christen. Die Sunniten, die Nachkommen derjenigen Teile der alten Bevölkerung des Landes, die sich durch den Übertritt zum Islam vollkommen den arabischen Eroberern, assimiliert haben, sind geschlossen für die Vereinigung mit Syrien. Ls gibt unter ihnen bekannte Vorkämpier der panarabischen Idee. Diese libanesischen Sunniten, denen wegen der religiösen Übereinstimmung mit den Arabern das noch leichter fällt, bekämpfen die libanesische Staatsidee. Mit ihnen geht dabei ein Teil der Schiiten ---schwer zu sagen, ob die Mehrheil oder die Minderheil -- und die Drusen. Welchen genauen Anteil Christen und Mohammedaner an der Gesamtbevölkerung haben, ist kaum festzustellen. Auf Grund verschiedener Statistiken und Schätzungen, die mir vorgelegt wurden, veranschlage ich die Chrisleu auf gute 55 Prozent, die Mohammedaner auf 45 Prozent der Einwohner. Von den Christen wieder dürften 40 bis 50 Prozent Maronilen.