Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Article
- Die Libanonrepublik
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 308 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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- Beirut 1× ep/1047833
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308 M E X O R A II giöse, sondern eine besondere soziale Gruppe, Repräsentanten einer anderen Zivilisation oder besser noch eines anderen Zivilisalionswillens und einer eigenen Geschichte derjenigen Teile der allen Bevölkerung des Landes, die sich 11 ichI den arabischen Eroberern, sondern Europa assimilieren wollen. Daher findet man hier so wenig Widersland gegen die Verbreitung der französischen Sprache, die dem Gebildeten last zur zweiten Mutlersprache geworden ist. In Beirut gibt es vier französische Tageszeitungen, von denen drei von Libanesen redigiert werden. Ja, man konnte sogar Maroniion für die Rechte der französischen Sprache gegen die arabische arbeiten sehen. Alles das, um auf jede Weise Wälle gegen Syrien zu schaffen. Man versuchte auch den Unterschied national zu fundieren und betonte die verschiedene Abstammung der Libanesen von den Arabern. Es gab eine ganze Zeilungspolemik gegen die ..arabische Illusion". Hegte man in Damaskus die Erinnerung an das arabische Kalifenreich, so pflegte man liier die Erinnerungen an die Kreuzfahrerslaaten. an die Verbindung mit der lateinischen Kultur und sogar an die Phönizier. Wie mir ein prominenter Führer der arabischen Bewegung noch aus der Zeit der entschlafenen ..Partie de 1'Union Arabe" der Türkenzeil erklärte, der auch im Druscnaufstand eine Rolle spielte, ist die Situation etwa so: die Christen über vierzig Jahre sind einfach frankophil und tun. was die Franzosen sagen. Wenn diese es befehlen, würden sie sich auch an Syrien anschließen. Aber die Generalion unter vierzig Jahren ist libanesisch und will die libanesische Selbständigkeit. Die Zukunflsaussichten dieses Staates betrachtet man mil dem größten Optimismus. Das könnte etwas leichtsinnig erscheinen, denn schließlich ist er nur eine Insel im arabischen Meere und wenn Frankreich einmal nicht mehr seine schützende Hand darüber hält, wer weiß, was dann passieren könnte? Herr Debbas und andere Persönlichkeilen, denen ich diese Gefahr vorhielt, sind aber der Ansieht, daß die Republik nicht eine Insel in diesem Meer, sondern höchstens sein Ufer ist. Ihre Argumentation lautet so: Im Norden grenzen wir an den Aluitenstaat, dessen Bevölkerung jede Vereinigung mil Syrien ablehnt, dahinter bis zur türkischen Grenze kommt das autonome Sandjak Alexandrelte, das von Türken bewohnt wird, im Süden grenzen wir an Palästina, das zum jüdischen Nalionalheim werden soll, im Westen an das Mitlclmeer und nur im Osten an einen arabischen Staat. So besteht ein Küslenbloek vom Taurus Iiis zum Sinai, der sich gegen die arabische Flut schützen kann. Die Aussichten der jüdischen Kolonisation, die den Flankenschulz im Süden schallen soll, besonders der städtischen, betrachtet man hier sehr günstig, vielleicht weil man schon einige ihrer Wirkungen spürt, vielleicht auch weil der wirtschaftliche Aufschwung, den sie Palästina gab, so stark mil der Entwicklung des französischen Mandatsgebietes kontrastiert. In einem Memorandum der Handelskammern Syriens und des Libanon an den Oberkominissär vom Mai 1928 heißt es darüber: ..Es springt in die Augen, daß Palästina darangeht, sich sehr schnell zu industrialisieren, zum Schaden der dem Verderben geweihten libanesisch-syrischen Industrien. Die Webereien, die Konfektion, die Stoffärbereien, die Gerbereien, die Seifenfabriken usw. Syriens und des Libanon befinden sich in einer vollkommenen Agonie, weil diese Industrien einen großen Teil ihrer Produktion an Palästina und die arabischen Länder verkauften, während es jetzt die palästinensischen Fabriken sind, die den libanesischen und syrischen Konsumenten beliefern. Wenn die Zollstatistiken von 1927 diese Bewegung nur unvollkommen widerspiegeln, dann liegt das daran, daß sich die großen palästinensischen Industrien erst in den letzten beiden Jahren equipiert haben und daß sie gegenwärtig in der Lage sind, unsere eigenen Industrien zu schlagen und mil den europäischen Industrien zu konkurrieren . . . Unsere Mühlen können mit denen Palästinas nicht konkurrieren. Die Einrichtung und die Ausstattung kosten zu viel . . . Die Seifenfabriken Syriens und des Libanon, die Palä-