Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Article
- Juden sollen Bauern werden!
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 289 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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JUDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! 2S!> (was auch in der Tat geschah!), viele sind verwunde! und zerschunden und einige fehlen noch, wälzen sich irgendwo auf einer Steppe herum: und nun flielJt schon Blut in aller Herrgottsfrühe! Mo sc he 1) a w i d Gru n ma nn liegt bereits mit eingeschlagenem Schädel!" beendete er schluchzend seine Ansprache. Klagerufe und Weibergeheul begleiteten ihn, als er vom Fasse stieg. Ich und meine Mitreisenden von der T i o k a, wir weinten nicht, trotz aller Unbill, die wir erleiden mutöten. Unsere tlotVnung war unerschütterlich und unser Lebensgefühl pulste stürmisch in all unseren Sinnen. All die erwähnten Übergriffe der Beamten waren nicht imstande, es einzudämmen, und nichts hätte die glänzende Zukunft zu trüben vermocht, die wir uns in unserer Phantasie vorgestellt halten. Einige Stunden währte die Erregung, bis sie vom Geläule einer Glocke beschwichtigt wurde: .,Glin! Glin!"' Mit einem Mal trat Ruhe ein. VII. Gnadenhrot, Schweineställe? Urvater Adams Zelt Nachdem die Glocke mit ihrem Gebimmel allen genügend das Trommelfell erschüttert halte und endlich verstummt war, (raten aus dem Administrationsgebäude zwei junge Leute: dem einen fehlte ein Arm. und der leere Ärmel baumelte schläfrig an seinem Rocke: dagegen sah der zweite1 sehr kräftig aus und trug Lackstiefel. Der Einarmige kommandierte: Eingewanderte! Tretet in Reih und Glied!"' Wir befolgten den Befehl: die Reise hatte uns mehr als genug Disziplin beigebracht. Vor die erste Reihe fuhr ein Wagen vor. ..Gallelas!** rief der Mann, der die Lackstiefel trug. ..ein Stück pro Kopf'/" Und der Einarmige verteilte den Zwieback. Eamilienväter erhielten vier oder fünf, je nach der Zahl der Familienmitglieder. Ledige hloB ein Stück. Sie sind mit ihrer Ration auf diu* Stelle fertig geworden . . . Ich trug meine fünf Gallelas ins Zelt und überreichte sie meiner Erau. Dann begab ich mich allein ins Freie, um das Gelände zu besichtigen, in das uns der Sturm tagsvorher verschlagen halte. Ein kleiner, dünner Wald, einige dicke Trauerweiden, mehrere Blichen und sehr wenig Akazien. In der Mitte: Ein Gehöft aus Lehm, mit Dachziegeln gedeckt. Türen und Fenster waren grün gestrichen. Das war das Verwaltungsgebäude, das auch die Wohnung des jungen