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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
Juden sollen Bauen werden!
Date
1929-03-01
Page
Seite 203 (sequence 5)
Language
German
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.IIIDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! 203 sich als Vertreter des Baron Hirsch-Bureaus vor. Der Wächter oll'uete ihm ehrerbietig das Tor. Er berichtete uns in J)r. Löwenthals Namen, daß wir in einigen Tagen auf die Landgründe geschickt werden, die Baron Hirsch durch ihn für uns erworben hat. ..Es handelt sich lediglich um die Unterzeichnung einiger Formalitäten seitens der Regierung über den Ankauf des Bodens"", sagte er uns vertraulich. ..und alles ist erledigt!" Dann richtete er eine schöne Ansprache an uns. bedauerte, daß die Komitees in Galizien und Deutschland es mit uns so eilig hatten . . . Das heißt, wir wären zu früh gekommen . . . Der junge Beamte sprach noch eine Weile mit dem Personal des Immigrantenhotels und ging seines Weges. Aber bald nachdem er die Schwelle verlassen hatte, wuchs die Aufregung unter den Leuten. Jenes Männlein, das uns angeblich vor dem Genuß von Pferdefleisch bewahren wollte, und mit ihm noch andere Ehrenmänner, begannen zu hetzen: ..Man hat uns verschachert!"* lärmten sie. ..Es ist ja noch kein Boden gekauft worden! Man hat uns in eine Falle gelockt! Die ganze Kolonisation ist bloß ein Vorwand! . .."' ..Missionäre!" geiferte das Männlein und schüttelte hurtig das spitze Bärtchen. ..Man will uns taufen, uns den Glauben nehmen! . . Einige protestierten; es kam zu Zank und Tätlichkeiten, bis endlich Buhe eintrat. Tags darauf kam Dr. Löwenthal in das Immigranlenheim. Mein Leben lang werde ich die hoheitsvolle Gestalt jenes stolzen Juden nicht vergessen, seine schlanke, prachtvolle Figur, vornehmlich aber seine schwarzen magnetischen Augen, denen keiner von uns länger als eine Sekunde standhalten konnte. Alle wie ein Mann stellten wir uns im großen Hof rings um Dr. Löwenthal auf. Er gab mit der Hand ein Zeichen, und es herrschte Totenstille. Kinder,'' begann er in schlichtem Jiddisch. .,der gute Baron hat mich und Sir Coolian entsandt, um irgendeine freie Stätte in der großen Welt ausfindig zu machen, wo eine Heimat für euch und alle unsere unterdrückten Brüder begründet werden könnte. Wir fanden die freie Republik Argentinien als den geeignetsten Ort. Es ist ein großes und weites, ein freies und fruchtbares Land, welches alle leidenden und verfolgten Juden aufnehmen kann. Wir haben genügend Boden angekauft, um euch hier, in diesem gesunden und gesicherten I an de als Kolonisten anzusiedeln. Freilich, die Komitees waren etwas voreilig. Wir fanden noch keine Zeit, Wohnungen für euch vorzubereiten .. . Außer dem nackten Boden haben wir vorläufig noch nichts:

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