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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 201

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
Juden sollen Bauen werden!
Date
1929-03-01
Page
Seite 201 (sequence 3)
Language
German
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JUDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! 201 Tisch, eilten hinaus und erbrachen sich. Nun begann uns die Sache zn interessieren, aber noch bevor ich ihr nachgehen konnte, kam jenes Männlein auch an unseren Tisch und teilte uns vertraulich mit: ,,Esset nicht! Das ist Pferdefleisch! Hier werden alle Stuten geschlachtet und den Einwanderern vorgesetzt." Aber im Nu sprang ein junger Mann auf, S a m u e 1 H. aus Kiew, und platzte hervor: Scher dich zum Teufel, du Scheinheiliger, wer hat dich um deine Meinung gefragt?" und gab ihm eine Ohrfeige, die klatschend über den ganzen Saal hallte. Dieser saubere Patron krümmte und duckte sich und verschwand unter der Hand . .. Später sind wir ihm noch oft begegnet, er war in Maurizio als Kolonist eingeteilt, wo er uns genug zu schallen machte. Samuel IL. der den Mann geohrfeigt hat, ging dann mit seinem Schwiegervater Abraham P e p p. einem sehr achtbaren Menschen, von Tisch zu Tisch und beschwichtigte die Leute: ,,Dieser Kerl ist ein Heuchler! Esset. Kinder, und schenket ihm keinen Glauben. Argentinien ist reich genug an Viehherden, und hat nicht nötig, seinen Immigranten, die ihm so willkommen sind, Pferdefleisch vorzusetzen. Wir kennen diesen Herrn noch aus Galizien, wo er unser Reisegefährte war. Schon während der Fahrt erwies er sich als Schnorrer und zudem noch als ein ganz gemeiner Lügner. Und nun was sie von ihm zu erzählen wußten, es kann auch als schöne Anekdote dienen: ,.In Lemberg kam er zum Kultusvorsteher und ersuchte um einen Mohel. der das Kind, das ihm seine Frau auf dem Quartiere geboren hatte, beschneiden sollte. Er bat auch um einige Gulden als Unterstützung, denn seine Frau fühle sich sehr schwach. Man händigte ihm auch eine Bescheinigung aus an einen gewissen M e i e r S c h e i n. der als Mohel den Ruf eines Spezialisten genoß und auch ein Wohltäter war. Dieser hochherzige Mensch sammelte Spenden für ihn, indem er die Ehrenfunktionen bei der Beschneidung unter die Lemberger Notabein verteilte: Herr Salonion Buber: Sandak l'Pate); Dr. Heiser: Eli jahu-Sliihl usw. — Andern Tags war das gelbbärtige Männlein samt Frau und Kind verschwunden. Noch in der Nacht reisten sie nach Krakau und nahmen selbstverständlich die Barschaft mit. In Krakau trieb er dasselbe Spiel, erst in Hamburg ließ er sein Kind beim Rabbiner Dr. Hirsch beschneiden." Manche Immigranten, die diese Geschichte mit anhörten, wußten nun, was sie von jenem Manne zu halten hatten, und begannen weiter

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