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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 189

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
'Die Juden in der Kunst'
Date
1929-03-01
Page
Seite 189 (sequence 9)
Language
German
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DIE JUDEN IN DER KUNST 189 jener paneuropäischen Entwicklung herzuleiten, in die seine volkstümlichen Bilder aus dem jüdischen Familienleben so sehr gehören wie die gemalten Idyllen von Wilkie in England, Madou in Belgien und Daffinger in Österreich. Da begnügt der Autor sich zu sagen, die Bilder dieses Stoffes seien „sentimental und süßlich". Aber im nächsten Satz: „Das Verdienst Oppenheims bleibt es, daß er als der erste den Mut fand, derartige Darstellungen künstlerisch wiederzugeben." Was soll das heißen: „Darstellungen... wiedergeben?" und was gilt: „süßlich" oder „künstlerisch"? Ärgerlicher noch wird diese seichte und flaue Behandlung, wo es um unseren wertvollsten Kunstbesitz geht. Also etwa bei Jozef Israels. Man erinnert sich wohl noch, daß Schwarz die Schule von Barbizon mitsamt Millet aus der Kunst der ersten Hälfte im Jahrhundert gestrichen hat. Demzufolge fehlt dann auch Millet bei der Herleitung und Kennzeichnung der Kunst des Israels. Das ist nun beileibe keine Bagatelle, die sich ein Handbuch schenken dürfte. Denn hier ist für das Werk unseres Meisters eine sichere Grundlage und ein Maßstab von kaum vergleichlicher Bedeutung gegeben. Jan Veth, der beste Kenner dieser Kunst, hat seinerzeit in „L'art flamand et hollandais" die Spuren Millets in den Anfängen des Israels verfolgt, ich habe an derselben Stelle Form und Seele im Werke der Künstler miteinander verglichen. Dabei stand uns beiden Israels als Gewährsmann zur Seite, denn wir konnten uns auf Gespräche mit ihm berufen. Aber auch damit noch nicht genug. Israels hat nicht nur zu uns, er hat darüber zu aller Welt gesprochen. Während seines ganzen langen Lebens hat er nur zweimal das Wort genommen, um sich zu den Führern zu bekennen, die ihm den Weg bereitet haben: das eine Mal für Rembrandt, das andere Mal für Millet. „Ihm haben wir", so schließt sein Bekenntnis, „zu danken, daß das Menschliche des Alltags auf den Thron erhoben ist, den es beanspruchen darf, daß nicht nur die Geschichte von Eroberern, von heiligen und berühmten Männern die Gegenstände bildet, durch die ein erhabener Meister sich inspirieren lassen darf, sondern dem Arbeiter, der das Land pflügt, der Mutter, die ihren Säugling nährt, dieselbe Liebe gewidmet werden darf und gleichgroße Schönheit zuerkannt werden kann wie jedem Gegenstand der uns umgebenden Schöpfimg." Klingt das nicht wie ein Selbstbekenntnis, wie eine Deutung der eigenen Werke aus dem Munde ihres Meisters? Doch könnte Schwarz dem entgegenhalten, das seien Äußerungen, die er weder zu kennen noch in acht zu nehmen brauche. Wir wollen ihm das gerne zugestehen. Denn zu guter Letzt kommt es bei einem

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