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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
'Die Juden in der Kunst'
Date
1929-03-01
Page
Seite 187 (sequence 7)
Language
German
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DIE JUDEN IN DER KUNST 187 Volksbuch, wir könnten es schweigend passieren lassen. So aber muß dagegen, ehe der Schaden weitergreift, entschieden Verwahrung eingelegt werden. Unter diesen Umständen wird es nicht wundernehmen, daß der Verfasser bei Gelegenheit auch dort, wo er berichtet, den Leser schon sachlich falsch informiert. Ein Beispiel. Von der Wiener Architektur wird folgendes gesagt: (Oskar Strnad) ist der Lehrer einer ganzen Generation, der Schöpfer vieler Bauwerke, in denen Österreich seinen neuen Stil dokumentiert. Das österreichische Haus auf der Kölner Werkbundausstellung, die großen Wohnprojekte der Stromstraße in Wien veranschaulichen den neuen Geist dieser Kunst. Josef Frank folgt ihm in den städtischen Volkswohnbauten auf dem Kongreß platz und in dem Kinderheim in Wien. Er sowohl wie sein früherer Mitarbeiter Oskar Wlach usw." Dagegen ist zu sagen: Oskar Strnad ist nicht der Schöpfer vieler Bauwerke, sondern hat seinerzeit leider nur zwei, drei kleine Villen gebaut; das österreichische Haus in Köln ist ein Werk Josef HofTmanns, nur am Hof und an einem Raum war Strnad beteiligt; die großen Wohnprojekte an der Stromstraße sind keine Projekte, sondern Verwirklichungen, an denen Strnad wiederum nur mit einem einzigen Trakt beteiligt war; der Volkswohnbau auf dem Kongreß platz, der beste in Wien, ist Josef Franks geistiges Eigentum, mit dem Kinderheim in Wien hat er nichts zu tun gehabt; Oskar Wlach ist nach wie vor Franks Kompagnon usw. Daß Schwarz nicht alles, worüber er schreibt, auch selber kennt, wird ihm angesichts des riesigen Stoffes niemand übelnehmen. Aber wo er, wie hier, eine Quelle benützt hat, mußte er ihre Angaben genau in acht nehmen. Denn bei einem solchen Buch nimmt jeder Leser an, daß er wenigstens sachlich richtig belehrt wird. Das wird er auch in Fragen von allgemeiner Bedeutung nicht immer. Schwarz bemüht sich — und dieses Bemühen ist grundsätzlich sehr anerkennenswert — die Kunst der Juden jeweils aus den Zusammenhängen mit den Strömungen der Zeitkunst zu erklären. Aber auch hier macht er sich's nicht selten zu leicht, irrt und führt irre. Da gilt es ihm einmal, den Eintritt der Juden in die Kunst des 19. Jahrhunderts einzuleiten, wobei er es vorerst auf Moritz Oppenheim abgesehen hat. Wie stellt er das an? Er charakterisiert die europäische Kunst am Beginn des Jahrhunderts durch zwei Strömungen: den lebensflüchtigen Klassizismus und die schwärmerische Romantik. Wo bleibt da der lebensuchende, wahrheitsdurstige Realismus, bis zur Verbissenheit stark und hart bei Goya und David, forscherhaft eindringlich bei

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