Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Article
- 'Die Juden in der Kunst'
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 183 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE JUDEN IN DER KUNST 183 tauften wird nicht eindeutig gelöst. Schwarz führt sie an, aber was er über ihre Kunst erwähnt, läßt uns im Zweifel, ob er sie mitgenommen oder abgelehnt haben möchte. Bei Künstlern, die neben jüdischen auch andere Stoffe behandeln, gilt es ihm scheinbar gewiß, daß ihre Art — als Juden und Künstler — am jüdischen Gegenstände reiner und charaktervoller zum Ausdruck komme. Das ist ein wesentlicher Irrtum, von dem noch näher die Rede sein soll. Infolgedessen erreicht der KunstbegrifT des Autors erst volle Klarheit, als er es mit der Tat der letzten Generation, mit den Anfängen einer einwandfrei Jüdischen Kunst" zu tun bekommt. Und hier, wo die Kunst nicht allein Kundgebung unserer eingeborenen Instinkte, sondern auch jüdisches Bekenntnis ist, liegen die Vorzüge des Buches. Da kennt Schwarz vieles, da wird seine Sprache bewegt, da gibt es dann und wann eine zutreffende Einsicht und immer ein warmes Gefühl für das künstlerische Erwachen unseres Volkes. Aber damit ist wohl alles gesagt, was man dem Buche nachrühmen kann. Denn dieses Buch ist — es fällt uns nicht leicht, das offen auszusprechen — ein mißlungener Versuch. Und das nicht allein. Es ist eine Gefahr. Eben deshalb müssen wir uns mit ihm befassen. Unbegreiflich schon das Vorwort, das wider Willen fast alle Schäden der Schrift bis auf den Grund aufdeckt. Der Verfasser unterscheidet da zweierlei bisher vorliegende Untersuchungen jüdischer Kunst: „Die einen leiden oft an gar zu dilettantischer Auffassung und haben mancherlei Irrtümer aufkommen lassen, während die Spezialwerke nur zum Studium, nicht aber zu allgemeiner Orientierung geeignet sind." Das heißt mit anderen Worten: die Vorarbeiten sind bei weitem nicht so reif, daß sie eine derartige Zusammenfassung gestatten würden. Das wissen auch wir nur zu gut. Eben deshalb haben wir, als man uns anging, einen ähnlichen Vorschlag abgelehnt oder, genauer gesagt, ihm jene Fassung gegeben, in der er heute allein verantwortlich durchgeführt werden kann: als Gemeinarbeit jüdischer Kunstforscher, bei der jeder jenes Kapitel übernimmt, das er wirklich beherrscht. Selbstredend nicht mit gelehrter Absicht, sondern bedacht auf volkstümliche Wirkung. Denn unser Volk braucht heute einen solchen zuverlässigen Wegweiser. Schwarz hat es trotzdem allein auf sich genommen. Diesen Mut anzuerkennen, war keiner so herzlich bereit wie wir. Aber sollte es bei der Anerkennung bleiben, dann mußte dem Mut auch die angemessene Tat folgen. Doch dafür fehlten dem Autor schon allerhand