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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 182

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
'Die Juden in der Kunst'
Date
1929-03-01
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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182 MENORAH könnte dieses sehr Verschiedene noch durch feinere Unterteilungen erheblich vermehren. Doch genügt die Andeutung einer widerspruchsvollen Mannigfalt, um die herrschende Verwirrung der Begriffe zu kennzeichnen. Denn all das wird von den meisten Juden auch heute noch nicht nur „Jüdische Kunst" genannt, sondern — was viel schlimmer ist — auch als solche empfunden. Nun ist es gewiß, daß jüdische Kunst nur von jüdischen Händen kommen kann. Sie tritt am klarsten zutage, wo am jüdischen StofY das jüdische Gesicht und Gefühl des Künstlers sich darstellen. Aber das war früher nur selten der Fall. Denn durch viele Jahrhunderte ist, was Juden geschaffen haben, Lehnkunst gewesen, den Stilen der Völker, deren unfreiwillige Gäste wir waren, angepaßt, nachgeahmt oder geradezu entnommen. Was ist es damit? Karl Schwarz läßt es in seinem neuen Buch „Die Juden in der Kunst" als jüdisch nicht gelten. Er führt wohl Beispiele davon an, aber mit ihrer Nennung und mit dem allgemeinen Hinweis auf die Vorbilder, denen sie sklavisch nachfolgen, ist für ihn die Sache erledigt. Das scheint uns ein allzu summarisches Verfahren. Ein Beispiel für viele: nachdem von den Synagogen des Mittelalters ausgesagt wurde, daß sie keinerlei jüdische Sonderheit aufweisen, wird für die Pinkassynagoge in Prag Juda Goldschmied de Herz als Erbauer genannt. Nichts weiter. Nicht einmal das Jahr oder auch nur das Jahrhundert der Aufrichtung des Tempels. Das ist entschieden zu wenig. Denn es wird hier nur negiert, wie ja auch sonst das Buch an solchen Stellen nur Ketten von Negationen enthält. Wir aber möchten hier und bei anderen außerordentlichen Anlässen erfahren, was entlehnt und w i e es verwendet wurde. Aus gutem Grund: die Synagoge hat ihre eigene Funktion. Die Elemente und Motive des Zeitstils mußten jeweils in den Dienst dieser besonderen Funktion gestellt werden, es entstand — im Rahmen der Entlehnungen — eine neue Raumform von neuen Verhältnissen und Stimmungen, das heißt im besten Fall — namentlich bei den Holzbauten im Osten — von neuem jüdischen Wesen. Dieses Wesen gilt es zu bestimmen. Das ist gewiß nicht leicht. Aber da wir durch Jahrhunderte unsere Art als Bauherren und Baumeister nur so dürftig darstellen konnten, ist jede Spur besonderer Sorgfalt wert. Freilich, um sie aufzufinden, braucht es besonderer Sachkenntnis und Empfindung. Doch auch später, als namhafte Künstler jüdischen Stammes mit leichter bestimmbaren Werken auftreten, bleibt bei Schwarz die grundsätzliche Entscheidung unklar und unsicher. Schon die Frage der Ge-

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