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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
Das Haus Israel
Date
1929-03-01
Page
Seite 139 (sequence 9)
Language
German
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DAS HAUS ISRAEL 139 Welt. Das Volk wurde zum nationalen Subjekt des Weltgeschehens und stets, wenn die Schläge des Schicksals hart wurden, äußerte das Volk: Wir, unsere Sünden sind schuld an all dem Unglück, wir haften i n corpore für das Geschehen. Die hebräische Uridee der Gesamthaftung verdient, daß man ihr nähertritt. Sie hat wenig mit der gattungsmäßigen, instinktiven Gesamthaftung gemein, wie jene bei allen Naturvölkern gang und gäbe ist. Sie trachtet nicht nach Blutrache und Sühne. Gott allein steht das Recht zu, heimzusuchen bis zum dritten Geschlecht. Israel aber erkennt sich bereits als ethisches Wesen, das gerne Leid trägt, um nur dieser seiner hohen Würde nicht verlustig zu gehen. Die Welt ist von Gott geschaffen und infolgedessen gut, und wir Menschen dürfen nicht die Schuld auf Fremde abwälzen. Das Haften für den regelmäßigen Ablauf der Wellgeschichte macht uns stolz und Gott gewogen, und ob dieses hohen Amtes sind wir bereit, den Weg zu gehen, der uns von der Vorsehung vorgezeichnet ist. VII. D aß die Geschichte geschaffen wird gemeinsam mit Gott, war die erste große Schlußfolgerung des jahwistischen Bundesgedankens. Die Kontinuität zwischen Gott und Israel, der Vertrauensbund zwischen Gott und Mensch wird auch weiterhin nicht unterbrochen. In die den Menschen geläufige Sprache übersetzt, bedeutet dies Zusammengehenwollen mit Gott die Einbettung der eigenen Nationalgeschichte in den Ablauf der universalen We 11 geschiente im buchstäblichen Sinne dieses Wortes. Die Bundesgenossen, die in der Folge das „Haus Israel" errichteten, erkannten und erlebten sich als Geschäftsträger des Weltgeistes. Und mit einem ähnlichen tiefgegründeten Gefühl traten sie auch an die Errichtung eines israelitischen Reiches. Es vergingen Jahrhunderte, Prozesse der Expansion, Invasion. Kolonisation und Konzentration haben politisch-historische Früchte getragen, der urnationale Bundesgedanke wuchs zu einer Bundesverfassung und einem Bundesstaat heraus, der bereits unter der Dynastie der Daviden stark säkularisiert wurde. Die Hoheit des Staates erstreckte sich selbst über die Stätte Jahwes. Das „Schwert Davids" ließ die „Hütte Davids" in Schatten. Gemäß historisch-politischer Art geriet das Land vielfach in inner- und außenpolitische Bedrängnisse, bis es sich ganz von den neu aufblühenden Großmächten bedroht sah, Ägypten, Assur, Babel erwachten zu neuem Leben und kündeten den Zusammenbruch

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