Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1929)
- Article
- Menachem ben Saruk und Dunasch ibn Labrat
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 127 (sequence 3)
- Language
- German
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BIBLIOGRAPHIE 127 seine Schüler nun auch mieden. Die tiefsten Gründe der Verstoßungen sah aber Menachem wohl in der Bekämpfung durch Dunasch, weshalb er durch eine Gegenschrift sich zu verteidigen suchte. Durch sie wollte er auch die Gunst des Staatsmannes wieder gewinnen, aber seine Bemühungen w aren vergebens. Höhnisch antwortete ihm Chasdai: „Hast du gefehlt, so habe ich dich mit Recht gezüchtigt, hast du nicht gefehlt, so habe ich dir durch diese Züchtigung das Jenseits gesichert". So schien alle Hoffnung verloren zu sein; mit der Hilfe seiner Schüler, die ihn ja verlassen hatten, konnte Menachem auch nicht mehr rechnen. Kr mußte selbst einen neuen letzten Schritt unternehmen. Die Not, die innere und die äußere, trieb ihn dazu. Kr richtete ein Sendschreiben an Chasdai, das ihn retten sollte. Recht und Flehen sprach aus ihm. Kr zeichnet das Unrecht, das ihm zugefügt ist, er malt seine Unschuld aus, er pocht auf die Gerechtigkeit und sucht für seine elende Lage Teilnahme und Mitgefühl zu erwecken. Unter Anrufung des Ewigen des Himmels und der Erde beschwört er Chasdai, dieses Schreiben von Anfang bis Ende zu lesen. W elche W irkung dieser Versuch gehabt hat, läßt sich nicht mit Gewißheit sagen. Doch kann aus dem Umstände, daß die Schüler jetzt für Menachem gegen Dunasch eintraten, geschlossen werden, daß Chasdais Zorn sich etwas gelegt hatte. Die weiteren Lebensschicksale Menachems sind uns nicht bekannt. Er konnte sich wohl wieder an seine Arbeiten machen und konnte 970 etwa mit dem Bewußtsein sterben, die erste Tätigkeit auf dem Gebiete der hebräischen Lexikographie hinterlassen zu haben. In dem bedeutenden nordfranzösischen Gelehrten Rabbenu Jakob Tain fand er nach zwei Jahrhunderten noch einen Verteidiger gegen die gehässigen Einwendungen des Dunasch ibn Labrat. Dunasch, der seine dichterische Kraft auch in den Dienst des höfischen Tones stellte und dem Chasdai Huldigungsgedichte schrieb, überlebte Menachem nicht lange, er starb etwa 980. Und nun finden wir die beiden Gegner versöhnt und verträglich in unserem Raschikommentar wieder. Das Jahrtausend, das uns fast von ihnen trennt, läßt uns friedlich über ihre Personen und Schriften sprechen. Daher sollte, wer Raschi liest, auch sie kennen, die er, zum Beweise oder zur Ablehnung, nicht selten anführt. HL D i e W e r k e. Menachems bedeutendstes W erk ist der ,,Maehbereth'\ Es ist das erste hebräische Wörterbuch in hebräischer Sprache. Den Maßstab unserer Zeit dürfen wir daran nicht anlegen, noch kannte Menachem nicht das Gesetz der dreibuchstabigen Wurzeln, aber er beobachtet die Sprache und die Formen, er weiß, was die Sprachwissenschaft bis dahin erforscht hat und benutzt seine Studien zu einer gesunden Ausdeutung der Textstellen. Er wurde durch sein Werk der Schöpfer der grammatischen Termini, die die spätere Zeit gern benutzte. Der f orscher der hebräischen Sprache wird an diesem Werke, das Eilipowski 1854 in London neu herausgegeben hat, auch heule nicht vorübergehen. Zu diesem Werke gehören naturgemäß als eine Art Ergänzung die „Tcsehuboth", die Antikritik gegen die Angriffe von Dunaschs Seite. Auch dichterische Versuche Menachems kennen wir. wSo besingt er Isak, den Vater Chasdais, für eine Stiftung an die Synagoge zu Cordova. So beklagt er in Gesängen den Tod seines Gönners und das Hinscheiden der Mutter Chasdais und verherrlicht diesen selbst in einem Lobgedicht. Aber er war kein Dichter im besten Sinne des Wortes, die Verse fließen nicht so glatt, die poetische Kraft ist nicht seine ausgeprägte Stärke. Dunasch eröffnet seine wissenschaftliche Tätigkeit mit den „Teschuboth", die