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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 128

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Menachem ben Saruk und Dunasch ibn Labrat
Date
1929-02-01
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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128 MENORAH im scharfen Tone Menaehem und die ersten Teile seines Maehbereth angreiten. Das Energische seiner Schrift begründet Dunasch damit, daß er die Nachwelt und die Jugend vor den falschen Lehren des Menaehem fernhalten will. Daß dies aber nicht der einzige, kaum der tiefste Beweggrund war, ist bereits berührt norden. Für die Sprachwurzeln hat Dunaseh wohl mehr geleistet, dies freilich oft auf Kosten des masoretischen Textes, mit dem er frei umgeht. Dennoch liegen nicht liier die Wurzeln seiner Kraft. An dichterischer Kunst überragte er Menaehem bei weitem. Fr führte das arabische Versmaß und den Reim in die hebräische Poesie ein. Vorgänger hatte er wohl in der Uebernahme des Reimes von den Arabern, aber diese Vorgänger hielten sich noch an den biblischen Parallelismus und waren so dem einen wie dem anderen System nicht gerecht geworden. Bei der Art des Dunasch wurde nun nicht einlach der Reim nachgeahmt, sondern er wurde nach den Regeln der hebräischen Sprache zur Verwendung gebracht. So kamen dem Dichter dabei seine sprachlichen Kenntnisse zunutze. Dunasch ist sich seiner Neuerung wohl bewußt, und der Hochmut seines Wesens duldet es auch nicht, daß er diese seine Kunst versteckt übt, er macht Chasdai auf seine Neuheit aufmerksam und verlangt gebührende Beachtung. Unangenehm berührt diese aufdringliche Selbstbelobigung, da sie in dem Gedichte zu lesen ist, das nachher seinen Ton ändert und zu Angriffen gegen Menaehem übergeht. Das Lied, das beim Tischgebet einer Hochzeit - um nur ein Beispiel zu nennen — gesungen wird, stammt von Dunasch. I V. S c h 1 u ß w o r t. Beide Betätigungen, die sprachliche und die dichterische, des Menaehem und des Dunasch haben in Spanien und in anderen Ländern viele Nachfolger gefunden. Daß sie in beiden Fächern ihrer Arbeiten zur Bibel griffen und greifen mußten, wird sie zu den unsterblichen Männern zählen lassen, die die Heilige Schrift zur Quelle ihres Studiums machten. So werden sie uns Hei fei1 für die Sprache und das Verständnis unserer heiligen »Schriften bleiben. SIGRID L'NDSFT: Olaf Audunsson — Olaf Audunsson auf llestviken, Verlag Kütten & Löning, Frankfurt a. M. In den Werken Sigrid Undsets, der erst vor kurzem die Ehrung des Nobelpreises für Literatur zuteil wurde, kämpft der trotzige Geist der nordischen Sagas mit den mit der christlichen Kirche vordringenden Gesetzen der europäischen Zivilisation. Olaf Audunsson, der jugendliche Bräutigam und freigewählte Gatte seiner Jugendgespielin, lädt im Jähzorn Blutschuld auf sich. Er muß die Heimat verlassen, sein W eib ohne die Legitimation der Kirche der Mißachtung der Sinne preisgeben. Nach Jahren wird Sühne für die Schuld angenommen. Olaf Audunsson kann zurückkehren, um als Rächer seiner geschändeten Gattenehre neue Schuld auf sich zu nehmen. Der Schatten des Erschlagenen verdüstert das Glück in llestviken, läßt Olaf den Mann nicht zur Ruhe kommen, dieFrau vorzeitig hinsiechen. Die unnachgiebige Strenge der Kirche gegen den, der ungesühnte Schuld verbirgt, die den Reuigen aber mit milder Barmherzigkeit zu umfangen verspricht, läßt die vielen zivilisatorischen Probleme erkennen, vor die die christliche Sittenlehre bei diesen, den Kampf mit Naturgewalten gewoliIlten Menschen gestellt war. Soeben sind auch der dritte und vierte Band: Olaf Audunsson und seine Kinder erschienen, über die wir noch berichten werden. J. IL JOHANNA ABELES & SOHN MIEDERSPE2IAL1TÄTEN WIEN I., ROTENTURMSTRASSE 23 Herausgeber, Eigentümer u. Verleger: Dr. Norbert Hoffmann, Wien I., Zelinkagasse 13 — Verantwortl. Redakteur : Friedrich Matzner, Wien IV, Margatetengürtel 22 — Druck: Aldus Druck, Berlin SW68, Alexandrinenstraße 134

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