Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1929)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 123 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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VOM NIL ZUM JORDAN 123 Zeiten, wo sie fast die einzigen waren —, gab es Ruhe. Mit dem Zeitpunkte, wo sie verschwanden, begann eine Serie von Ueberfallen: Jerusalem, Jaffa, Petach-Tikwah, dann wieder Jerusalem. Gegner werden nach Erklärungen fahnden, werden zu beweisen suchen, daß ,,gar nicht aus diesem Grunde" . . . Sie mögen sich schämen! Ob man die Legion liebt oder haßt — das tatsächliche Verdienst, weiß Gott wieviel jüdisches Blut gerettet zu haben, darf man diesen 5000 jüdischen jungen Leuten nicht nehmen. Die moralische Bedeutung der Legion muß jedem, der denken kann, klar sein, sei er Pazifist oder nicht. Kriege liebt niemand, aber Tatsache ist, daß wir unser Recht offiziell auf Palästina als Resultat eines Krieges erhalten haben, das heißt auf Grund großer Menschenopfer. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie unsere moralische Lage ausgesehen hätte, wenn man uns die Frage ins Gesicht hätte schleudern können: „Wo wäret Ihr? Warum ist niemand von Euch mit der Forderung gekommen: auch wir wollen unser Blut vergießen, wir als Juden, für unser Palästina?'* Heute können wir entgegnen: Fünftausend — und es wären ihrer noch mehr gewesen, hätte Euere Regierung nicht so spät die Einwilligung gegeben. Und dieser moralische Wert des Legionsgedankens war es, der ihm die Sympathien solcher Menschen gewann, wie die des südafrikanischen Premiers Smuts, selbst ein Pazifist, der zu mir sagte: „Die schönste Idee, die ich im Leben gehört habe!" Aber größer als alles war die politische Bedeutung dieser Fünftausend, sie war historisch und entscheidend. Ich sah tagtäglich die Arbeit jener Menschen, die ihre Namen bei der Erlangung der Balfour-Deklaration verewigt haben. Sie wissen selbst, wie hoch ich ihre Leistung einschätze. Und ich vergesse selbstverständlich auch nicht, daß die Anstrengungen, die in den Kriegsjahren gemacht wurden, nur einen kleinen Teil jener Arbeit ausmachen, die das jüdische Volk zu diesem Zwecke vorher geleistet hat. Die Balfour-Deklaration verdanken wir Herzl sowohl als auch Rothschild, sowohl Pinsker als auch Moses Heß, noch mehr aber verdanken wir sie den Bilu und seinen Nachfolgern — den Kolonisten, Arbeitern, Lehrern von Metuiiah im Norden bis Ruhama im Süden. Schon ganz zu schweigen davon, was uns bei den Völkern am meisten geholfen haben dürfte: die Bibel! Vielleicht ganze neun Schritt zum Ziel, vielleicht ganze neunundneunzig sind noch vor dem Kriege gemacht worden. Bloß der zehnte, der letzte Schritt geschah in der Kriegszeit. Dieser letzte Schritt war aber