Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1929)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 122 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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122 MENORAH für die Zukunft, ein Kommentar zu dem Ausspruch: „Nicht verwitwet ist Israel", ein Beweis dafür, daß die andersgläubige Welt nicht aus Wölfen besteht, sondern eine Welt von Brüdern ist. Von der Bedeutung der Legion war hier schon oft die Rede, und ich will jetzt bloß mein Urteil resümieren. Natürlich ist mein Urteil als das einer interessierten Person zu werten. Ich schätze es nicht als ein objektives ein, aber auch die Gegenseite wird wohl nicht objektiv sein. Die Diskussion über den Legionsgedanken ist noch nicht abgeschlossen, vielmehr beginnt sie erst. Die Luft ist noch geschwängert mit Parteihaß und persönlichem Fanatismus. Diejenigen, die keine neue Legion wünschen, werden natürlich auch die alte unterschätzen, und umgekehrt. Vielleicht gehöre ich auch zu denjenigen, die „umgekehrt" urteilen. Allzu einfach aber darf auch meine psychologische Einstellung zu dieser Frage nicht konstruiert werden. Wenn ein Mensch durch und durch subjektiv ist, will er vor allem beweisen, daß er „gesiegt", daß er es „durchgesetzt" hat. Ich behaupte das nicht. Ich habe nicht gesiegt. Mein Traum war eine große jüdische Armee, nicht fünftausend Soldaten. Aber diese fünftausend Soldaten — sie haben es „durchgesetzt"! Die Legion selbst, wie sie auch gewesen sein mag, hatte einen entscheidenden historischen Anteil an der Geschichte des Zionismus. Das ist meine Ansicht. Und ebenso, wie ich dessen sicher bin, daß morgen die Sonne aufgehen wird, so bin ich gewiß, daß auch die Zukunft die Leiden und die Opfer und den Einfluß der jüdischen Legion so wie ich einschätzen wird . . . Dire militärische Bedeutung war die, wie sie drei Bataillone in einer großen Armee haben können. England hätte Palästina auch ohne uns befreien können. Aber es befreite Palästina mit uns, und es stellte uns überdies — jeder Fachmann wird es anerkennen — auf die schwersten Posten. Es ist weder viel noch wenig: es ist, was es ist. Das große alte Regiment der „Royal Füsiliers", dessen Namen unsere drei Bataillone während der Offensive trugen, hat dank uns das Recht erhalten, auf seine Fahnen, in die bereits mit goldenen Lettern die Namen: Krim, Indien, Sudan, Südafrika eingewirkt sind, einen neuen Namen zu schreiben: „Palestine", Es war eine schöne Zeremonie, und das alte englische Regiment ist stolz auf unsere Leistung. Auch Patterson und Margolin. Auch ich. Die Bedeutung der Legion als Beschützerin der Ruhe in Palästina ist eine andere Sache. Ich sagte es bereits: solange die 5000 Mann Palästina beschützt hatten — selbst in stürmischen