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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1929-02-01
Page
Seite 119 (sequence 11)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 119 Einige Wochen später erhielt ich von einem Freunde aus dem Hauptquartier eine Kopie des Berichtes über diese Unterredung mit mir, den der Captain dem General vorgelegt hatte. Von meinen „Beobachtungen" stand keine Silbe darin, jedoch was meine Person betraf — da regnete es Schwefel und Pech. Ein Porträt schwarz in schwarz. Die Einzelheiten, die ich dort über mich fand, sind uninteressant, aber eine Bemerkung ist erwähnenswert, er entdeckte, ich wäre ein Bolschewik. Eine unerwartete Ehre . . . Aber man hieß mich nach Kantara reisen, um abzurüsten, und so wurde ich im August 1920 wieder Zivilist. Hier wschließen meine persönlichen Erinnerungen an die Legion. Es bleibt nur mehr ein letztes Kapitel, eine Art Nachruf eines Vaters am Grabe seines Kindes, eines Vaters, der nicht an Gräber glaubt, vielmehr, daß sein Kind noch gar nicht gestorben sei . . . XVIII. Persönliches Bekenntnis — Die VC^aJirheit — Ähsehied \ch muß schließen wie ich begonnen habe: es lag nicht in meiner Absicht, eine „Geschichte" der jüdischen Legion zu schreiben. Dazu fehlte mir das Material. Die Bewegung nahm einen ganz verschiedenen Verlauf in jedem dieses halben Dutzends von Ländern, in denen sie sich abspielte: in Palästina, Amerika, Kanada, Argentinien und Aegypten. Trumpeldors Experiment in Rußland unter dem Regime Kerenskis, ein Experiment, das beinahe zur Begründung einer großen jüdischen Armee geführt hatte, verdient ebenfalls einen langen Bericht. Und hier handelt es sich bloß um die „Legionsbewegung". Auch die Legion an sich hatte ein kompliziertes Leben. Ich sah davon bloß einen geringen Teil. Ich war weder in Gallipoli mit dem ,,Zion-Mule-Corps "noch im AusL biidungslager von Portsmouth, noch in Es Salt mit den beiden Kompagnien von Margolin. Ueberhaupt hatte ich an dem inneren Leben dieser beiden Bataillone, außer meinem eigenen, keinen Anteil. Und gerade ihr inneres Leben, namentlich das der palästinensischen Freiwilligen, war vielleicht interessanter. Ueber alle diese Seiten der Bewegung und über alle diese Erlebnisse der Legion besitze ich bloß geschriebenes, aber weit ungenügendes Material. Und auch dieses Material ist über verschiedene „Archive" verstreut, die ein Unsteter gezwungen ist, sich in jeder Stadt zu schaffen, wohin das Leben ihn gerade verschlägt.

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