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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1929-02-01
Page
Seite 118 (sequence 10)
Language
German
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118 MENORAH das War-Office und erzwang es, daß der Bericht Lloyd George und seinem Kriegskabinette vorgelegt wurde. Das traf wie ein tüchtiger Keulenschlag; und mit der Generalswirtschaft in Palästina war es zu Ende. Andererseits mangelte es an jenem Personenmaterial nicht, das, laut der Tradition des Ghetto, an keiner gut geleiteten Judenhetze fehlen darf, nämlich der jüdische Denunziant. Seinen Namen will ich nicht nennen, aber er geht noch ein und aus bei der englisch-jüdischen Gesellschaft in London. Damals war er natürlich Captain, spielte sogar mit dem Gedanken, in die Legion einzutreten, zog es aber schließlich vor, sich dem Hauptquartier anzubieten. „Was macht er dort?" fragte ich einen Engländer. ,,Oh er ist irgendein „Bottle-washcr" entgegnete er, „er erzählt Anekdoten in Allenbys Messe". Vom Inhalt und Charakter dieser Anekdoten habe ich viel vernommen. Ich hatte das Vergnügen, eine dieser Anekdoten am eigenen Leibe zu spüren. Sie beschäftigte sich mit meiner Wenigkeit. Das trug sich folgendermaßen zu: kurz vor dem Ausbruch des erwähnten „Aufstandes" unter unseren amerikanischen Soldaten schickte ich einen Bericht an Colonel Patterson und erklärte, der Zustand sei für den ganzen Jischuw und unsere Soldaten unhaltbar und er könne zu schweren und gefährlichen Konflikten führen. Eine Abschrift dieses Berichtes schickte ich an General Allenby persönlich und lenkte seine Aufmerksamkeit auf die wilde Judenhetze, die in der Armee und bei den Arabern platzgegriffen habe. Eine Woche darauf kam jener jüdische Captain nach Tel-Awiw und lud mich zu einer Zusammenkunft im Hause Jechiel Weizmanns, eines Bruders des Dr. Weizmann, ein. Jechiel Weizmann war bei unserem Gespräche zugegen. „Allenby hat ihren Bericht erhalten", begann der Captain, „er ist bereit Sie zu empfangen und anzuhören. Eigentlich liegt es an mir. Er bat mich, Sie aufzusuchen und zu erfahren, worüber Sie Klage führen. Sprechen Sie ganz offen, wir sind doch Juden." Ich hatte keine hohe Meinung von ihm, namentlich seitdem ich über ihn das Urteil jenes Engländers vernommen hatte. Aber von der Fähigkeit des Generals Allenby, sich seine Vertrauensmänner zu wählen, hielt man in Palästina auch nicht gar viel. Jedenfalls, wer konnte es wissen, vielleicht sprach der Captain die Wahrheit? Und ich schilderte ihm meine Beobachtungen.

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