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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 117

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1929-02-01
Page
Seite 117 (sequence 9)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 117 ein Jurist dem Diplome nach, aber ein „Jurist", der in seinem Leben noch keinen Gerichtshof gesehen hatte, mußte als ihr Verteidiger fungieren; und das war ein schwerer und trüber Moment. Aber auch davon wiil ich nicht sprechen. Einmal, weil ich ehrlich der Ansicht bin, daß die Schuld auf beiden Seiten lag. Unsere Soldaten lebten monatelang in einer Atmosphäre beständiger Provokation von außen. In dem zweiten dieser beiden Fälle gab es auch eine innere Provokation seitens ihres eigenen provisorischen Kommandanten, jenes Majors Smolley, den ich bereits in einem früheren Kapitel anführte. Aber wenn man auf einem schwierigen Wachtposten steht — und eine solche war unsere Rolle in Palästina — darf man Provokationen nicht nachgeben. Ich beschuldige nicht, im Verlaufe des Prozesses habe ich die jungen Leute liebgewonnen, und sie hielten sich schön und würdig vor Gericht. Einer von ihnen, Korporal Lewinsky aus Kanada, leistete eine Heldentat — er nahm die ganze Schuld auf sich und behauptete, er habe seine Untergebenen ,,gezwungen", ihr Lager zu verlassen. Er erhielt sieben Jahr Militärgefängnis, rettete aber sechs Kameraden. Vier Monate später wurden jedoch alle amnestiert, und ich werde es nie vergessen, wie sie auf ihrem Rückweg nach Palästina zum Gitter desselben Arrestantenlagers in Kantara kamen, wo wir uns während ihres Prozesses in den Pausen zu beraten pflegten — aber dann waren bereits ich mit neunzehn andreren die Arrestanten. Mit tränenerwürgter Stimme sagten sie mir: ,,Sir, es blutet unser Herz, Sie hier zu sehen". Gott bewahre, ich beschuldige sie nicht, allzu teuer sind sie mir. Aber teuer ist mir auch der Legionsgedanke; und ich hatte einst gehofft, daß wir alle die Zähne zusammenpressen, die Augen schließen werden und durchhalten, durchhalten, durchhalten . . . Jch will nicht den Eindruck schaffen, als ob alle in Allenbys Hauptquartier unsere Feinde gewesen wären, oder als ob unsere Feinde sich bloß unter den Christen und Arabern befunden hätten. Im Gegenteil: der Mann, der der Militärkaste den wirksamsten Stoß versetzt und Palästina von ihrer Herrschaft endgültig befreit hatte, war gerade einer der höchsten Beamten in der Verwaltung der „OETA", Colone! Meinertzhagen, „Chief Poütical officer". Er sagte es Bols wie auch Allenby direkt ins Gesicht, die Regierung trägt die volle Verantwortung für den Pogrom. Trotz den Bitten, Heucheleien und Drohungen sandte er einen scharfen Bericht an

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