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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 113

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1929-02-01
Page
Seite 113 (sequence 5)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 118 aber nur unter einer Bedingung, die Juden mögen nach Palästina nicht als Europäer oder Amerikaner kommen: sie müßten sich „■orientalisieren", sieh an die arabischen Lebcnsgewohnheiten anpassen; andernfalls werden sie nicht nur sich selbst, sondern auch das ganze Land dem Untergange preisgeben . . . Das alles ist kein Antisemitismus. Aber als Folge aller dieser Einflüsse brach eine noch nie dagewesene antisemitische Epidemie aus. Ich unterstreiche: noch nie dagewesene. Weder in Rußland noch in Polen noch in Deutschland hat es je Beispiele einer solchen weitverbreiteten Atmosphäre von Böswilligkeit gegeben, wie sie in der englischen Armee um 1.919—1920 herrschte. Aus Freude an Juden-Hetzen vergaß man selbst die Tradition. Es ist Brauch, in den Offiziersmessen sich des Politisierens zu enthalten, insbesondere aber keine Kritik an der Regierung zu üben. Aber in jeder Offiziers messe von Allenbys Armee, vom Hauptquartier bis zu den Ueberwachungslagern der türkischen Gefangenen, fiel man frisch und fröhlich über die Juden her und schimpfte über die „törichte4* Balfour-Deklaration. Von den Offiziersubikationen ging die Epidemie bald auf die Sergeanten über und dann auf die einfache Mannschaft in jedem Zelt. In den indischen Regimentern pflegten Leute, die im Pundjab oder in dem Himalaja-Gebiet zu Hause sind, in ihren Sprachen sich über denselben Gegenstand zu unterhalten. Ihre englischen Offiziere selbst bestätigten es mir. Vielleicht wird ein Dokument genügen, um am besten den Geist zu illustrieren, in dem man sich diese Armee zu erziehen" bemüht hatte. Kurz vor dem Pogrom in Jerusalem erhielten alle Bataillone Zirkulare, mit dem Befehl, sie nicht nur den Offizieren, sondern auch den Sergeanten zur Kenntnis zu bringen. Ich besitze eine Abschrift. Sie beginnt mit folgenden Worten: „Da die britische Regierung gezwungen (!) ist, in Palästina einer Politik zu folgen, die bei der Mehrheit der Bevölkerung unpopulär ist, sind im Lande Unruhen zu erwarten . . Auf dem Oelberge, von wo aus die „OETA" (Oceupied Enemy Territory Administration) die Verwaltung leitete, hatte man aufgehört, sich zu genieren. Chef-Administrator war im Jahr 1919 General Money, aber der eigentliche Chef hieß Vavian Gabriel. Er trug die Uniform eines Colonels, stand an der Spitze der Finanzabteilung und dirigierte alle Räder der Regierungsmaschine. Kein Vollblutengländer. Man erzählte sich, daß einer seiner Ahnen ein Malteser war. Die Be-

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