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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1929-02-01
Page
Seite 111 (sequence 3)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 111 eine Sache, die, wie bereits erwähnt, schon an und für sich in einem grellen Widerspruch zu dem ganzen traditionellen Geschmack der „Kaste" stand. Aber das war bloß ein Teil des Unglücks, der Rest ist vielleicht nicht minder wichtig. Hier bin ich bei den Namen angelangt, die ich vorher erwähnte: Lawrence und Philby. Ich beschränke mich bloß auf zwei Namen, aber es gibt noch viele andere, denn auch die „Kaste" besitzt ihre eigenen Träumer. Diese hatten sich jedoch ein Traumobjekt erwählt, das mit den erhabendsten englischen Traditionen im Einklang steht: es war nicht „wild", nicht „neu", nicht „Fancy". Ihr Traum war „Großarabien". England verwaltet bereits seit mehr als vierzig Jahren andere Länder, in denen arabisch gesprochen wird. Aegypten, den Sudan, und einige Inseln im Roten Meere. Es gibt bereits Berge von Erfahrungen, wie eine derartige Bevölkerung zu behandeln ist. Man wird sie „befreien", vereinigen, und das Ganze „Großarabien" nennen, man wird ihnen sogar arabische Könige geben, irgendwelche „pittoreske" Scheichs in grünen und weißen Tschalmas, liebe erwachsene Babies, die mit gekreuzten Beinen auf Teppichen bei Tisch sitzen — und bei allen Regierungsgeschäften englischer „Advisers" bedürfen. Ein solcher Traum — oh ja, das kann schon gegönnt werden. Eigentlich bestand vor dem Kriege beinahe der ganze leitende Kreis der englischen Bürokratie in Aegypten aus derartigen Arabophilen. Aus diesem Grunde eben waren sie doch just nach Aegypten gekommen. — Als der Krieg ausbrach, legten sie Khaki an und schufen das Milieu um das Hauptquartier. Deshalb behaupte ich, daß Lawrence und Philby bloß Beispiele, aber bei weitem nicht die einzigen ihrer Art sind. Sie zählte zu Dutzenden; und alle waren geborene Mitglieder der „Kaste". Colonel Lawrence selbst ist ein höchst interessanter Mann. Noch lange vor der ersten Offensive in der Sinai-Wüste, besuchte er, in arabischer Kleidung und unter täglicher Lebensgefahr, die wichtigsten Punkte der arabischen Halbinsel und verkündete die Botschaft von Großarabien, das England ihnen schenken wollte. Philby tat dann später dasselbe im tiefsten und unbekanntesten Teile der Halbinsel, im Neschd, dem Lande der Wahabiten, wo er den Sultan Ibn-Saud zu überzeugen suchte, mit den anderen arabischen Herrschern Frieden zu schließen und gemeinsam für Großarabien zu kämpfen. Der Bericht über ihre Erlebnisse liest sich

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