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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Das Ratsel des Goldlandes Ophir
Date
1929-02-01
Page
Seite 73 (sequence 3)
Language
German
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GOLDLAND OPHIR doch gibt es trotz der vielen Gründe, die dafür sprechen, gegen diese Hypothese auch recht schwerwiegende Einwände. Obwohl Indien nicht nur im Altertum, sondern auch bis in die neuesten Zeiten Gold produzierte, war der Verbrauch an Gold in Indien immer größer, als die Erzeugung. Indien betätigt sieh auch heute noch als „Grab des Goldes", welches von den prachtliebenden eingeborenen Fürsten aufgespeichert, wie auch zur Vergoldung der unermeßlichen Zahl von Götterstatucn und Geräten in den Tempeln verbraucht wird. Es ist also nicht anzunehmen, daß irgendwo an der indischen Küste erheblichere Goldmengen aufgespeichert lagen. Außerdem wußten die hochzivilisierten Inder den Wert des Goldes sicherlich zu schätzen, und wenn sie es auch verkaufen wollten, so hatten die Israeliten, wie schon erwähnt, nichts entsprechendes als Tauschware zu bieten. Daß man ihnen gestattet hätte, die bestehenden Goldbergwerke auszubeuten, ist nicht anzunehmen, ebensowenig, daß sie etwa neue entdeckten und selbst abbauten. Denn Erfahrung im Bergbau besaßen die Israeliten kaum. Auf die philologische Stütze allein die Hypothese aufzubauen, erscheint sehr gewagt, nicht zumindest aus dem Grunde, weil z. B, klanglich ähnliche Ortsbezeichnungen sowohl in Indien wie in Afrika zu finden sind. Auch das wichtigste Goldland des Altertums, Arabien, ist schwer mit Ophir zu identifizieren. Wäre nämlich Ophir in Arabien gelegen gewesen, worauf die erwähnte Bibelstelle hinweist, so könnte man sich schwer erklären, warum die Juden nicht den ihnen wohl vertrauten Landweg genommen haben, sondern den weit gefährlicheren und ungewohnten Seeweg? Auch bleibt es unverständlich, warum die Königin von Saba die weite Reise machte, um die großen Goldmengen zu sehen, wenn diese ihrer engeren Heimat entstammten, also für sie sicher leicht zugänglich waren. Der gegen die Indien-Hypothese vorgebrachte Einwand, womit sich denn die Juden das viele Gold erworben haben sollten, besteht übrigens auch hier zu Recht. Nun kommt die dritte Hypothese zur Diskussion, die durch viele Arbeiten neuerer Forscher als recht gut begründet angesehen werden muß. Der große arabische Weltreisende des 14. Jahrhunderts Ibn Batuta sagt in seinem Reisewerke über die heutige Sofala-Küste folgendes: „Von Yoüfi bringt man nach Sofala Goldstaub". Dieser Ausspruch gäbe die Möglichkeit infolge der Lautähnlichkeit (Yoüfi-

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