Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1929)
- Article
- Das Ratsel des Goldlandes Ophir
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 72 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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72 MENORAH Ausnahme Australiens: in Afrika, Arabien, Ceylon, Indien und sogar in Peru. Viele Anhaltspunkte bot ja die heilige Schrift nicht; was wir wissen, sind nur wenige Tatsachen, die jedoch eine immerhin nur begrenzte Zahl von Auffassiingsmöglichkeiten zulassen. Diese Tatsachen sind: 1. Die mitgebrachten Schätze bestanden in einer großen Menge (450 Zentner) Gold, außerdem in Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen. 2. Der Ausgangspunkt der großen Reise war Ezion Geber» das heutige Akaba am Roten Meere. 3. Die jüdische Besatzung der Schiffe stand unter phönizischer Führung. Die im Bericht erwähnte ganz unvorstellbar große Menge Gold läßt darauf schließen, daß Ophir ein Land war, in dem das Gold selbst gefunden wurde, denn nur dort war es in diesen großen Mengen verfügbar. Es konnte nicht etwa im Handel erworben worden sein, da die Handels Völker, die ja den Wert des Goldes» sehr gut zu schätzen wußten, Gegenwerte verlangt haben würden und diese konnten ihnen von den ackerbauenden Israeliten gar nicht geboten werden. Somit kommt nur ein Land in Frage, in dem das- Gold in großen Mengen im Bergbau gewonnen wurde. Nun sind! als Fundstätten des Goldes im Altertum nur drei Länder bekannt: Arabien, Indien und die Ostküste des Sofala-Landes in Südostafrika, im heutigen Mozambique. Andere kamen nicht in Betracht, da die Reise vom Roten Meer ausging, also nur die arabische Halbinsel oder die an den Küsten des Indischen Ozeans gelegenem Länder zum Ziel haben konnte. Die meisten Deutungen lauteten von jeher auf Indien. Schon Josephus Flavius verlegte Ophir dorthin und zwar nach der Halbinsel Malakka, dem Chersoneus aurea des Ptolemäus. Seiner Anschauung schlössen sich zahlreiche Forscher an; auch Columbus suchte ja auf seiner Fahrt das sagenhafte Goldland in Indien. Diese Deutung hat so manches für sich. Die im Bibelberichte aufgeführten Kostbarkeiten, wie Edelsteine (deren Ursprungsland vorwiegend die Insel Ceylon ist), die Affen, das Ebenholz deuten ebenfalls auf Indien als Ursprungsland. Auch ein linguistischer Beweisgrund kommt noch hinzu: Der koptische Name für Indien lautet Sophir, ist also dem Laut nach dem biblischen Namen sehr ähnlich. Und