Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1929)
- Article
- Das Ratsel des Goldlandes Ophir
- Date
- 1929-02-01
- Page
- 71 (sequence 1)
- Language
- German
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MENORAH VII. JAHRGANG FEBRUAR 1929 NUMMER 2 DAS RÄTSEL DES GOLDLANDES OPHIR Von Dr. Jakob Seide Die Tageszeitungen berichteten vor einiger Zeit, daß unter den Auspizien der British Association for the Advancement of Science, der führenden wissenschaftlichen Vereinigung in England, eine Expedition ausgerüstet wurde, um in den Ruinenstädten bei Bulawayo (Rhodesien, Südostafrika) nach den Resten der sagenhaften Goldbergwerke König Salomos zu suchen. Die Expedition wird von drei Damen, Miss Thompson, Miss Norte und Miss Kenyon, Forschungsreisenden und Archäologen vom Fach, geführt, die hier den Geheimnissen von Ophir nahekommen wollen. Diese Nachricht verleiht den folgenden Ausführungen erhöhte Bedeutung. Die Redaktion. Die erste Unternehmung des israelitischen Volkes zur See, der Zug der Flotte König Salomos nach dem sagenhaften Lande Ophir wird in den Büchern der Könige (I, Kap. 9, Vers 20, 21) und den Chroniken (II, Kap. 9, Vers 18) wie folgt beschrieben: „Und Hiram sandte Salomo Schiffe durch seine Knechte, die des Meeres kundig waren; und fuhren mit den Knechten Salomos nach Ophir und holten von dort vierundfünfzig Zentner Goldes und brachten es dem König Salomo. Und alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren golden und alle Gefäße des Hauses Libanon waren von lauter Gold. Denn das Silber ward nichts gerechnet zur Zeit Salomos. Denn die Schiffe des Königs fuhren auf dem Meer mit den Knechten Hirams und kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen." Die Phantasie aller Zeiten beschäftigte sich rege mit dem sagenhaften Lande. Wo mag dieses so reiche Schätze bergende Land gelegen haben? Das erste Buch der Bibel (Kap. 10, Vers 29) erwähnt Ophir zugleich mit Saba, dem Heimatland der berühmten Königin. Darf man daraus schließen, Ophir und Saba wären benachbart gewesen? Die Beantwortung dieser Frage bildete seit dem Altertum den Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Man suchte dieses Land, so merkwürdig es klingen mag, in allen Erdteilen mit