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Menorah · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 48

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Jüdische Musikpflege
Date
1929-01-01
Page
Seite 48 (sequence 2)
Language
German
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48 M KN () K \ H danken sind. Im Auftrag der Berliner jüdischen Gemeinde hat er eine vollkommene Neukomposition des ganzen Gottesdienstes hergestellt und in Verbindung damit auch ein richtiges Kompendium des Wertvollsten auf diesem Gebiet bereits Vorhandenen. Zwei umfangreiche Bände - von zehn geplanten -• liegen im Manuskript fertig vor und es werden seine Kompositionen bereits in allen Berliner Synagogen gesungen. In Wien ist das Streben eine bewußte Entw ickkmg zu fördern nicht so weitgreifend, auch jüngeren Datums. Die erst vor kurzer" Zeit von Oberkantor J u d a Lei b M ü 11er selbst als Synagogalkomponist tätig gegründete ,,Konzertgesellsehaft für synagogale Musik" wußte mit zwei Konzerten rasch Aufmerksamkeit zu erregen. Ein aus den besten Kantoren und Tempel sä ngern Wiens zusammengesetzter Chor, von S i m e r o \v s k i , einem berufenen Interpreten jüdischer Musik, geführt, verspricht Bedeutendes, und es wären den Initiatoren auch künftig die äußeren Mittel zu wünschen, das verheißungsvoll Begonnene vollends ausbauen zu können. Sind derartige MitteT zur Pflege religiöser Musik, wenn auch vielleicht aus außerkünstlerischen Ursachen, aber immerhin beschaffbar, so ist dies für die profane jüdische Kunstmusik meist nur unter größten Schwierigkeiten und oft überhaupt nicht der Fall. Alice J a c o b - L o e w e n s o n , deren opferwilliges künstlerisches und publizistisches Wirken für jüdische Musikziele in Berlin unter den Ki sten genannt werden muß, schrieb darüber in einem Privatbriefe : wenn mir doch nur halb so viel finanzielle Hille zur Verfügung stünde, als in diese Richtung der jüdischen Musik —■ gehende produktive und reproduzierende mithelfende Kräfte, ich könnte hier schon Großes zustande bringen. . . .lt Und wer mit dieser schlichtenergischen Frau je auch nur flüchtigen Kontakt hatte, weiß, daß dies nicht leere Worte sind. Ist es doch erstaunlich, was sie ohne alle offizielle Förderung, nur auf sich und die freiwillige Mitarbeiterschaft einiger ausgezeichneter Sänger und Sängerinnen angewiesen Leo Rias a n z e f f , Ra h e 1 K a u f m a n n , Adolf M andzel , H e r m a n n S c h e y , R a h e 1 D r m o 1 n i k o f f geleistet hat. Ein kleines Kolleg an der Freien Jüdischen Volkshochschule über moderne jüdische Musik brachte neben theoretischen Aufschlüssen auch zahlreiche Ur- und Erstaufführungen. Aber auch öffentliche Konzerte wurden abgehalten. Aehnliche Ziele verfolgte auch der Komponist E. W. Sternberg mit der von ihm gegründeten „Gesellschaft der Freunde jüdischer Musik11. Sie gab vor zwei Jahren unter Mitwir-

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