Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- Jüdische Musikpflege
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 3)
- Language
- German
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JÜDISCHE Ml SfKPFLFGF 49 kung 1 e o G o 11 a m ins, Y r a n z 0 s b o r n s und des v a n Laar- () ti a r teil s ein Konzort, verschwand aber dann leider in der Versenkung. Von entscheidender Bedeutung kann in Zukunft die vor kurzem gegründete Jüdische Chorvereinigimg" werden, die nicht nur synagogale sondern auch weltliche Musik pflegen will und — einmal da wohl ihrerseits Komponisten zur Tätigkeit anregen wird auf diesem für jede Musikbewegung, die wie die nationale überkünstlerische Zwecke anstrebt, wichtigstem Gebiet. Ein repräsentativ zusammengesetzter Vorstand neben Nadel und Frau Loewenson unter anderen auch der bekannte Komponist Rathaus - läßt eine würdige Verwirklichung der schönen Idee hoffen. Daß Frau Loewenson vor kurzem in der Jüdischen .Rundschau" eine ausführliche Musikrubrik eröffnet hat, ist für das Berliner Musikleben ebenso erfreulich, wie die Wiener Rubrik, die J o a c h i in Stutschew sky in der „Stimme" leitet, hier anregend und fördernd wirkt. Stutschewsky, geradezu ein jüdischer Musikfanatiker, als hervorragender CelList allbekannt — das Cello könnte man übrigens unter den modernen Instrumenten als das jüdische Instrument par excellence bezeichnen stellt auch diese Kunst zum großen Teil in den Dienst der jüdischen .Musikpropaganda. So ist er berufen eine der wertvollsten Kräfte des in Wien unter der Aegide der Loge ,,Massadahu des Ordens B'nai B'rith neugegründeten Vereines zur Förderung jüdischer Musik11 zu werden, dessen erster interner Eröffnungsabciid bereits mit Erfolg vor sich ging. Auch hier sind es die im jüdischen Musikleben bekanntesten Namen, die dem Vorstand angehören : neben A. D i m itro w s k y und Direktor W i nt er, der Pianist Wolfs oh n , dessen neues jüdisches Klavierkonzert durch das Uakoahorchester vor kurzem seine Uraufführung erlebte, die der Schweiber dieser Zeilen, von Wien abwesend, leider nicht hören konnte. Als besonders erfreulich für die neue Vereinigung aber muß es angesehen werden, daß ein Mann vom Range Max Grafs sieh entschlossen hat, die Präsidentschaft zu übernehmen. Damit ist die entscheidende Gefahr, die solche Unternehmungen am ehesten zu bedrohen pflegt: sich nicht auf der Höhe des Niveaus zu halten, von vornherein ausgeschaltet. Denn darüber müssen sich alle Propagatoren und Förderer jüdischer Musik stets klar sein: Das Jüdische allein tut es nicht. E r s t absolute, ja, höchste künstlerische Qualität gibt der ganzen j ü d i s c h e n M u s i k b e w e g u n g ihren Sin n.