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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 713

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Geschichtliches aus Nürnberg
Date
1928-11-01
Page
Seite 713 (sequence 5)
Language
German
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GESCHICHTLICHES AUS NÜRNBERG dem Schultheiß zu Nürnberg, weitere Juden aufzunehmen und zu schützen, jedoch geschieht dies weniger aus Humanität als aus Gewinnsucht. Der „Schutz" mußte teuer erkauft werden. Wie wenig jedoch die erworbenen Schutzbriefe bedeuteten, mag daraus hervorgehen, daß sie von den verschiedenen „glorwürdigen" Kaisern noch innerhalb ihrer Geltungsdauer wiederholt erneuert und bestätigt werden mußten. Eine Verordnung König Ludwigs vom Jahre 1315 gestattet dem Rate zu Nürnberg, „der Juden ihre Kellerhälse, Lauben, Kammern und andere Gebäude bey deren Häusern abbrechen zu dürfen, weil sie zu weit in die Straße hi.neingebauet und hinderlich sind''. Auf die Bitte des Burggrafen verspricht er den Juden im «Jahre 1322 „Gnade", die er binnen eines Jahres nicht widerrufen wolle. ,,Würde er ihre Privilegien aufheben, so sollten sie noch ein Jahr nach dem Widerruf an Leib und Gut unbeschwert bleiben". Doch sollte dies nicht umsonst geschehen sein: „namentlich aufgeführte Schiedsleute sollten bestimmen, was der König von ihnen verlangen dürfe1'11). Auch das von ihm im Jahre 1331 den „lieben Juden zu Nürnberg" für „den treuen und nützlichen Dienst" auf die Dauer von drei Jahren erteilte Privilegium läßt nur allzu deutlich den eigentlichen Anlaß erkennen: Eine Sondersteuer von 400 Gulden jährlich schien hierfür angemessen. Daß diese nicht höher ausfiel, ist auf die damalige schlechte wirtschaftliche Lage der Juden zurückzuführen, jedoch hatte sich der „fürsichtige" König für den Fall einer Besserung entsprechende Erhöhung vorbehalten. Eine weitere im Jahre f333 erlassene Verordnung, die den Juden erneut Schutz versprach, beweist, daß sie sich noch vor Ablauf der gewährten drei Jahre in Nürnberg nicht mehr sicher fühlten und zum Teil tatsächlich vor drohenden Gefahren die Stadt verließen. Im Jahre 1336 erhält auch der Burggraf den Schutz über die Juden Nürnbergs. Von den im Jahre 1337 von Deggendorf ausgehenden, sich weithin erstreckenden Verfolgungszügen scheint auch Nürnberg nicht verschont geblieben zu sein. Trotzdem hat die Zahl der Juden stark zugenommen: Eine im Jahre 1338 erfolgte Zählung ergab 2006 Seelen. Mit der erhöhten Seelenzahl stiegen die Einnahmen der Kaiser und Behörden. 1342 verlangte der Kaier von den Juden im Reiche eine neue Steuer, den goldenen Opferpfennig. Jeder Jude, der das 12. Lebensjahr erreichte und 20 Gulden besaß, mußte einen jährlichen Leibzins von einem Gulden zahlen. Die Aufnahme in die Stadt war von einer besonderen Gebühr abhängig und es mußten außerdem zwei Nürnberger als Bürgen gestellt werden. Fortgesetzt erschienen Verordnungen, die den Juden das Leben verbitterten. So wurde ihnen im Jahre 1343 „gebotten" alle vier Woche ihre Bärte „in etwas" abnehmen zu lassen. Neben der auf Grund der Beschlüsse von 1216

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