Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Geschichtliches aus Nürnberg
- Date
- 1928-11-01
- Page
- 711 (sequence 3)
- Language
- German
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Schöner Brunnen mit Frauenkirche in Nürnberg (bis 1349 Judengassen) liehe versuchten, sie zur Taufe zu gewinnen. „Vor nichts aber hatten die Juden einen so großen Abscheu, als vor der Taufe. Ehe sie sich dazu bereden ließen, ehe erwählten sie frey willig den Tod'4,5). Würiel bringt noch zwei Berichte aus Schalscheleth Hakkabalah und Sehebet Jehuda, die ihre hierbei erlittenen Qualen schildern und bestätigt, „daß in Nürnberg solches etliehmalen wegen des Taul'ens vorgegangen11 ist7). Mit Stolz darf uns aber das selbst von christlicher Seite ausgestellte Zeugnis erfüllen: „Auch nicht ein rechtschaffener Jude trat während der langen Reihe der Leidensjahre zum Christentum über"*). Allein mit dieser Abwehr nach außen sahen die Juden ihre Pflicht nicht erschöpft. Kaum hatten sich einige Familien wieder zusammengefunden, waren Synagoge und Lehrhaus das erste, woran sie dachten. Trotz wirtschaftlicher Schwäche entstanden in kurzer Zeit die religiösen Institutionen, die das Leben und die Erziehung der Jugend erforderten.