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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 700

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Memorbücher
Date
1928-11-01
Page
Seite 700 (sequence 4)
Language
German
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700 MENO R A II eingestellt, wie es ja auch noch heute in vielen alten Gemeinden nicht anzutreffen ist. Ein nachhaltiger Umschwung trat ein, als man begann, die Listen in ein besonderes Buch einzutragen, das auch in anderen Fällen zu gottesdienstlichem Gebrauch benötigt wurde. Der Vorbeter mußte bisher, wenn er auf dem Almemor (Mittelempore) stand und die Thoravorlesung beendet war, den Zettel, auf dem die Listen standen, irgendwie herbeiholen, wohl auch, wenn er gerade nicht zur Hand war, mühsam suchen, was oft lastig sein mochte. Von jetzt ab vereinigte man diese auf dem Almemor zu verrichtenden Totenerinnerungsgebete mit allen übrigen auf dem Almemor zu verrichtenden Gebeten in einem gemeinsamen Buch. Wir finden also in solchen Büchern alle die Gebetstücke, die der Vorbeter zu sagen hat, wenn er auf dieser erhöhten Stelle steht, z. B. j'kum purkon, das Gebet für das Landesoberhaupt, eruw tawsehilin, Echo daudi, die Gebetordnung für das Schofarblasen und für das Vorlesen der megillah und dgl. Auch andere Kasualgebete außerordentlicher Art, die der Vorbeter gegebenenfalls schnell zur Handhaben wollte, wie z. B. einen mi scheberach für besondere Fälle —, mit einem Worte alle Almemorgebete, zu welchen, wie gesagt, auch unsere Listen gehörten. Wir konnten daher keine bessere und treffendere Bezeichnung l;ür diese Bücher finden als „Almemorbuch". Und nun waren die Listen vor der Gefahr des Unterganges und Verlustes für alle Zeiten geschützt. So weit noch solche aus alter Zeit sich in der Gemeinde herübergerettet hatten, wurden sie in die neuen Almemorbücher übertragen und meist fortwahrend durch Eintragung verstorbener Mitglieder ergänzt. Das Almemorbuch wurde ein heiliges, in hohen Ehren gehaltenes Besitztum der Gemeinde. Die alten Listen sind samt und sonders, bis auf wenige in Archiven ruhende Exemplare, verschwunden. Sie waren üoerflüssig geworden. Der überlieferte Name ist ,,Memorbuchu, was nach dem Begriffe des lateinischen Wortes memor soviel bedeutet, wie Gedenkbuch. Daher leitet sich dann die Bezeichnung Memmern für die gottesdienstliche Vorlesung der Verstorbenen aus diesem Buche ab. Wir wollen hier die Entscheidung, ob der Name Memorbuch oder Alincmorbuch der richtige sei, nicht treffen und verweisen diesbezüglich und bezüglich anderer einschlägiger Fragen auf mein Buch ,„Untersuchungen über das Wesen der Memorbücher". Jedenfalls wurde das Buch zu anderen Gebeten viel öfter und ausgiebiger herangezogen als zum Memmern, z. B. jeden Freitag abend zum Echo daudi. Die Memorbücher wurden übrigens auch vielfach zur Tradierung b est eh end er Gern cinde-minh agim verwendet.

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