Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Die Malerei in den Synagogen
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 692 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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692 M E N O R A H und Art der Farbengebung anlangt, an die besten Leistungen bäuerlicher Malweise erinnern. Besonders schön ist der Anblick des Synagogeninnern in den l'rühcn Morgenstunden klarer Sonnentage, wenn man bis in die entferntesten Winkel sehen und das Ganze recht überschauen kann. Die Wände sind in hochkant gestellte Rechtecke aufgeteilt, die von Inschriften, Fenstern, dem Thoraschrein, den Darstellungen des siebenarmigen Leuchters und des Schaubrottisches eingenommen werden. Darüber läuft eine Leiste mit Inschrift und eine mit Blumenwerk, im Westen und Osten füllt je ein fünfteiliges Bild den bis zur Wölbung freibleibenden Raum, während diese im Norden und Süden direkt über den Leisten beginnt. An der Ostwand sind zur Seite des Fensters in der Mitte trompetenblascnde Löwen und rechts davon Trompeten, Schofer, eine flache Vase und ein im Rankenwerk verfangener Widder; links von der Mitte in gleicher Reihenfolge Früchte, eine flache Vase und eine aus einer Vase entspringende Palmctte zu sehen. An der Westwand findet sich folgende Einteilung: Das Mittelstück nimmt eine Inschrift in einem Kranz ein, den zwei trompctenblasende Löwen halten; rechts davon eine flache Fruchtschale mit Blumenwerk und eine Darstellung Jerusalems, links von den Löwen eine flache Blumenvase und Rankenwerk. Die Decke ist mit reichem Blumen- und Rankenwerk überzogen, in das Vögel und Vierfüßler eingestreut sind. Die Mittelachse wird durch zwei kreisförmige Schrifttafeln besonders hervorgehoben, die je in der Mitte der beiden, durch eine Rippe zusammengehaltenen Tonnenhälften aufgemalt sind. Alle Umrahmungen der Inschriften und Bilder sind reich mit Blumenwerk oder mit Säulen und Vasen geschmückt, die alle an die Umrahmungen italienischer Yfegilloth und Titelblätter erinnern. Die Wandaufteilung ähnelt durchaus derjenigen in der Synagoge in Jablonow, obgleich sie hier mehr von der Deckenausmalung in den Hintergrund gedrängt wird. Diese Deckenausmalung läßt sich besonders gut in der Horber Synagoge studieren, die jetzt im Treppenhaus des Museums auf dem Michelsberg in Bamberg teilweise eingebaut ist. Die Synagoge lag in Horb im ersten Stock eines Fachwerkhauses, das Wohnzwecken diente, sie muß eigentlich mehr ein Stübel genannt werden, denn sie hatte nur 8 m Länge, 5 m Breite und 5V2 m Höhe. Der Frauenraum befand sich in einem Nebenzimmer, mit der Männersynagoge durch eine Wanddurchbrechung verbunden. Trotz der geringen Ausmaße zeigt sich auch hier ein reicher künstlerischer Schmuck, der mit Bechhofen im ganzen übereinstimmt. Abweichend ist die Komposition an der Ostwand, die nicht streng in Felder aufgeteilt, sondern mehr teppichartig behandelt ist,