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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. 683

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Judentrachten
Date
1928-11-01
Page
683 (sequence 3)
Language
German
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£iti3ud &ie £r au/ser itrte .Jüdin in thrtr Sin Jud\ der Schabbas. der Schul^aekleydet J/aus ^cv kteydung. 7/an^aMohtet >tt^v2 schlitzte Mantel nicht mehr bis auf die Erde, er ist vielmehr sehr stark verkürzt gelegentlich bis zu den Knien. Unter dem Mantel wird häufig ein bis zu den Knien reichender Rock sichtbar, der vorne zugeknöpft werden konnte. Es wurde also der Gedanke aufgegeben, der für die Juden in den früheren Jahrhunderten bei ihrer Bekleidung stets leitend gewesen war. Von dieser Zeit an wird der Körper nicht mehr einfach eingehüllt ohne Rücksicht auf die natürlichen Körperformen12). Es wird von nun an auch auf die Kleidsamkeit der Tracht geachtet. Gelegentlich wurden auch Verzierungen angebracht, die zur Unterscheidung verschiedener sozialer Schichten dienen sollten, und zwar geschah dies jetzt nicht mehr auf Befehl von außen, sondern durch Vereinbarung der Juden unter sich. Die Kröse, die steife Halskrause, die von Spanien kommend in Deutschland zu Beginn des 17. Jahrhunderts allgemein getragen wurde, ist das charakteristische Kleidungsstück der Männer und Frauen auf den aus dem 18. Jahrhundert stammenden Fürther Judenbildern. Die gleiche Tracht ist übrigens in der selben Zeit auch auf den Judenbildern anderer Städte zu sehen. Die Kröse, die wohl an Feiertagen von allen Juden getragen wurde, mußte, nach der in Fürth gültigen Kleiderordnung der Juden, an Werktagen von den Studierenden getragen werden, damit sie von den Dienern und anderen Leuten zu unterscheiden waren. Als Strafe für die Uebertretung dieser Vorschrift wurde den einheimischen Studierenden angedroht, daß sie keinen auszeichnenden Titel erhalten könnten, während die nicht ortsansässigen Gefahr liefen, ihre freie Kost zu verlieren. Auch die Größe des Kragens war von Bedeutung. Sie galt als Abzeichen für die bereits erreichte Rangstufe des Trägers; der kleine Kragen war für diejenigen bestimmt, die den Titel ,,Chower" führten, der nur Männern verliehen wird, die über so viel jüdisches Wissen verfügen, daß die jüdischen Gelehrten sie gleichsam als Kollegen anerkennen können. Die Gelehrten aber, die ihre Gelehrsamkeit berufsmäßig ausübten, oder die den als höchste Auszeichnung angesehenen Titel „Morenu", unser Lehrer, führen durften, trugen immer den ganz großen Kragen13). Daß der Luxus sowohl in der Männerals auch in der Frauenkleidung verderblich zu werden drohte, geht aus der erwähnten Kleiderordnung ebenfalls hervor. Die darin enthaltenen Verbote versuchen vor allem den Neuerungen zu begegnen, die in Deutschland mit dem Einzug der französischen Mode in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine überwiegende Geltung bekommen hatten. Sie verboten den Männern, eine Perücke zu tragen, wandten sich aber auch gegen die luxuriösen Eigentümlichkeiten der spanischen Mode in Deutschland. So war es z. B. den Männern verboten, seidene Röcke zu tragen. Wenn sie, was auch nicht gerne gesehen wurde, am Sabbat einen Samtrock anziehen wollten, so mußten sie ihn wenigstens auf der Straße mit dem übergeworfenen Schulmantel bedecken, um unauffällig zu bleiben14). Für die Frauen bestanden eine Menge Verbote. Sie sollten weder einen Reifrock tragen, noch den hohen Kopfputz, der sich Ende

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