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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. 657

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Die Emanzipation
Date
1928-11-01
Page
657 (sequence 4)
Language
German
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iseptentriö. Nürnbergstimmig angenommen und die Staatsregierung gab am 29. Dezember ihre Zustimmung, Nun wurde eine Statistik über alle in Betracht kommenden Verhältnisse der Israeliten veranstaltet und darüber vergingen wieder zwei Jahre. Die Regierung beabsichtigte nun eine Organisierung des Judentums durch das Mittel einer jüdischen Kirchenverfassung nach protestantischem Muster und veranlaßte zu diesem Zwecke die Abhaltung von jüdischen Kreissynoden, die 1836 stattfanden und kein anderes Ergebnis zeitigten als die Sichtbarmachung der inneren Spaltung in religiöse Parteiriehtungen. Zahlreiche Bittschriften der Gemeinden zur allerhöchsten Stelle schilderten beredt die Nöte des Ausnahmezustandes als Folgen des Edikts und am 23. Juni 1837 wurden die Abgeordneten der bayerischen Großgemeinden vom König empfangen und angehört, aber bald war der Wind in den oberen Regionen wieder umgeschlagen, der erzreaktionäre Minister Abel wurde zur Leitung der Staatsgeschäfte berufen. Die Aera3 die in der innerpolitischen Geschichte Bayerns mit dem Namen des Ministers Abel bezeichnet zu werden pflegt (1837 bis 1848), war für die Vorfahren eine Zeit dumpfer Resignation, schweigenden Duldens. Die Verwaltungsmaßnahmen der Regierung verrieten sogar die Absicht, die Juden auf einen noch tieferen Stand herabzudrücken und noch mehr zu entrechten. Wie eine Ironie klingt es, daß 1840 den Juden der Lumpenhandel untersagt wurde. Die jüdische Jugend schüttelte den Staub des vaterländischen Bodens von ihren Füßen und griff zum Stabe der Auswanderung nach fernen Gestaden der Freiheit und Gleichheit. Erst 1845 regte es sich wieder in größeren und kleineren Gemeinden. Eine von der Gemeinde Fürth an die Ständeversammlung gerichtete, durch Wärme und Formschönheit ausgezeichnete Eingabe vom 16. Dezember 1845 wurde vom Baron A. v. Rothschild, der für seine dem Staate erwiesenen Dienste zum bayerischen Hofbankier ernannt worden, beim Minister von Abel zur Berücksichtigung brieflich empfohlen. Im darauffolgenden Jahre 1846 wurden nicht weniger als 26 Eingaben von fast sämtlichen Ge-

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