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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 639

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-11-01
Page
Seite 639 (sequence 7)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 639 l^evor niich der Hauptsache, nämlich der Soldatenmasse zuwende, will ich noch die Offiziere erwähnen. In meinem Bataillon waren zwei Drittel von ihnen Juden; in den anderen zwei Bataillonen gab es eine christliche Majorität. In jenem englischen Kreise, dem die jüdischen Offiziere in Englands Kriegsarmee angehörten, hatte wahrscheinlich die Agitation der Assimilanten gegen unsere Legion ihre volle Wirkung gehabt. Solange Dr. Redcliffe Salaman noch in London weilte, lieferte sein persönlicher Einfluß uns einen gewissen Zuwachs an jüdischen „Subalternen1'; bald aber reiste auch er nach Palästina ab, und es kamen dann zu uns nur solche Leute, die uns spontan mit der Seele suchten, das heißt ganz wenige. Manche dieser spontanen1' Erscheinungen waren sehr interessant. Eine will ich erwähnen. Noch in den ersten Tagen nach der offiziellen Gründung der Legion kam in unser Büro im Rekrutierungsdepartement ein sehr junger Leutnant, in der Uniform eines der ältesten Garderegimenter, der Coldstream-Gards. Er hieß Harold Rubin und war der Sohn eines reichen Perlenhändlers. Er erzählte uns seine Geschichte, von der mir bloß folgende Einzelheit verblieb: Er wurde in Eton, einer der ältesten ,,Publie-Schools" erzogen und genoß eine Erziehung, die mit dem Judentum überhaupt nichts gemein hatte. Die Erklärung, warum er zu uns kam, lautete sehr einfach: ,,Icfi las in einer Zeitung, daß ein jüdisches Regiment gegründet wird und erkannte sofort, daß ich hier auf dem rechten Platze sein werde." Wer die Bedeutung kennt, die bei einem reichen englischen Juden Eton und ein Garderegiment spielen, wird begreifen, warum ich diesen Eali hervorhebe. Ich halte ihn für eine Ausnahme; Optimisten sei es gestattet, zu glauben, daß es ein Zeichen der Zeit sei. Eine zweite Ausnahme gleicher Art bildete Leutnant Edwin Samuel, ein Sohn Sir Herbert* Samuels — bei den palästinensischen Freiwilligen sowohl als Offizier als auch als Kamerad beliebt. Lin Dutzend unserer jüdischen Offiziere verblieb nach dem Kriege in Palästina. Unter denen, die nicht im Lande blieben, kann man auch ein Dutzend aktive Zionisten finden. Aber die meisten kamen und gingen, dienten bei uns ehrlich und würdig, blieben jedoch unberührt von dem Glanz der zionistischen Ideale und vom Zauber Palästinas. Indem ich sie beobachtete, fand ich neuerlich die Bestätigung meiner alten Ueberzeugung; es ist nicht wahr, daß der „Kontakt41 mit Palästina einen zum Zionisten macht. Das ist bloß

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