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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 635

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-11-01
Page
Seite 635 (sequence 3)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN «35 Auch Margolin schilderte ich bereits. Er hätte als Engländer und Patterson als Jude geboren werden sollen, ihrem Temperament nach zi! sehließen. Margolin spricht vielleicht zehn Worte im Tag. Seine Gedanken sind die eines Mannes, der sein Leben lern von den großen Städten verbracht hat, in Palästina in der Bilu-Zeit, im australischen „Busch", jenseits von jenseits", wie man in Australien sagt: Gedanken, die langsam, wichtig und tief sind, durchdrungen von einem fast primitiven „commonsensc" und überdies von Ernst und Ehrlichkeit. Den „Taten" (Vater) nannten ihn seile amerikanischen Soldaten, obwohl sie gar oft über seine Pünktlichkeit erbost waren. Denn wie ein leiblicher Vater war er um die kleinste Einzelheit in ihrem Soldatenleben besorgt. Sein Lager war ein Muster gediegener Organisation. Das Hauptquartier pflegte andere ColoneLs zu seinem Bataillon zu entsenden, um dort Ordnung und Disziplin zu lernen. Er war ein starker Anhänger der Disziplin und wollte Pattersons Beispiel nicht folgen, als es galt, gegen die Ungehörigkeiten des Hauptquartiers zu protestieren. Aber er hatte auch keine Angst vor dem Hauptquartier, und das bewies er am Schlüsse seiner Dienstzeit. Im Jahre 1921, als Sir Herbert Samuel noch das Projekt einer gemischten .Miliz erwog, die sich zur Hälfte aus Juden und zur Hälfte aus Arabern rekrutieren sollte, bestimmte er Margolin zum Kommandanten des jüdischen Teils; und die etlichen Hundert Soldaten, die noch vom palästinensischen Bataillon zurückgeblieben waren, wurden in die Miliz aufgenommen. Aber dennoch brach in den Tagen vom ersten bis zum dritten Mai der Pogrom in Jaffa aus. Ohne sich um eine Erlaubnis zu kümmern, kam Margolin mit seinen Soldaten nach Tel Aviv und organisierte den Schutz der jüdischen Stadt. Für dieses sein „Verbrechen" wurde sein Rücktritt erzwungen. Und heute wohnt er wieder in Australien und sehnt sich nach Palästina zurück, wo er einst in Rechoboth den Pflug geführt, im Jordantal gekämpft und in Es-Salt, der Hauptstadt von Gilead, als Okkupationsgouverneur geherrscht hat. . . Golonel Friedrich Samuel gehört einer englisch-jüdischen Familie an und entstammt einer assimilierten Umgebung. Aber es herrschte in jenem Kreise der Einfluß einer Persönlichkeit, die auf viele seiner Mitglieder bedeutend einwirkte und sie dem jüdischnationalen Fühlen und Denken zurückgewann. In einem der früheren Kapitel glaube ich den Namen Nina Davis bereits erwähnt zu haben. Leider ist er jetzt bloß der Name einer Dahingeschiedenen. Sie war die Gemahlin, unseres Bataiilonsarztes Dr. Pedcliffe Salaman.

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