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Menorah · 1928-10-01 · Heft 10 (Oktober 1928) · p. Seite 599

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 10 (Oktober 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-10-01
Page
Seite 599 (sequence 7)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 599 einmal ernstere Zusammenstöße zu verzeichnen. Hingegen gab es aber Fälle von Grobheit, von unnützen Streitigkeiten und ähnliche Kleinigkeiten, die hätten vermieden werden müssen. Es liegt keineswegs in meiner Absicht, irgendeiner Kategorie meiner gewesenen Legionskameraden nahezutreten, aber die Beobachtung eröffnete mir einige Ausblicke, die vielleicht bei der Besprechung unserer allgemeinen Richtlinien hinsichtlich des Taktes und der Taktik in Palästina von Nutzen sein könnten. Insbesondere stehen in dieser Hinsicht zwei Kategorien außerhalb jedes Vorwurfs. Bei ihnen gab es nicht einmal die erwähnten Ausnahmefälle. Erstens: der intelligente Teil der palästinensischen Freiwilligen: es waren dies gewesene Schüler des JaiTaer Gymnasiums, Mitglieder der Arbeiterparteien, Lehrer, Beamte, Kolonisten. Ihre Haltung war damals wie sie heute ist, höflich, freundlich ohne Intimität, eine in jeder Beziehung würdige. — Zur zweiten Kategorie gehörten die ,,englischen Boys" — nämlich jene, denen man bei uns vorerst spaßeshalber, später aber als Ehrentitel den Beinamen „Schneider" beilegte, lieber ihre Psychologie werde ich im nächsten Kapitel sprechen, wo ich die verschiedenen Elemente der Legion behandeln werde. Hier sei bloß erwähnt, daß sie zu jenen gehörten, die sich abseits hielten". Sic machten ihren Dienst pünktlich und genau und schrieben Briefe an ihre Frauen. Weder Palästina im allgemeinen, noch der Zionismus im besonderen, noch die Araber interessierten sie. Wenn ihnen ein betrunkener Stadtaraber auf offener Straße eine Beleidigung zuwarf, schenkten sie ihm gar keine Beachtung. Nicht so einfach war die Sache bei den Amerikanern. Auch bei ihnen gehörte es zu den seltenen Ausnahmen, sich mit den Arabern in Raufhändcl einzulassen. Aber es gab doch auch solche, die es taten. Merkwürdigerweise hatte ich den Eindruck, (ich wurde bei solchen Gelegenheiten oft herbeigeholt, um als „Advokat" oder Vermittler zu intervenieren), daß sich diese Dinge bloß deshalb ereigneten, weil das amerikanische Element ein eminent zionistisches war. Im Gegensatz zu den „Engländern" kamen die Amerikaner mit einem bedeutenden, geradezu fieberhaften Interesse für Palästina und für alles, was sich in Palästina abspielte. Jede Sache brachte sie in Wallung, jede Kleinigkeit „ärgerte" sie. Sie beobachteten die nichtjüdische Bevölkerung teils mit Argwohn, teils mit Sympathie, immerhin schenkten sie ihr Aufmerksamkeit, während die „englischen" Legionäre diese Bevölkerung einfach ignorierten. Eben deshalb nahm der dumme Witz eines Gassenjungen bei ihnen manch-

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