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Menorah · 1928-10-01 · Heft 10 (Oktober 1928) · p. Seite 596

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 10 (Oktober 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-10-01
Page
Seite 596 (sequence 4)
Language
German
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596 MENORAH Damals erinnerte man sich im Hauptquartier wieder an den Wert einer jüdischen Legion. In einer solchen Zeit ist es am wichtigsten, das Nervensystem eines Landes, sein Eisenbahnnetz, zu schützen. Und die Eisenbahnlinien waren von Juden besetzt: von Romany in der Sinai-Wüste bis Rafa an der ägyptischen Grenze, von Rafa über Gaza bis Ludd und Jaffa, von Ludd bis Haifa, von Haifa bis zum Kinereth-See. In Jaffa und Haifa, die vielleicht die wichtigsten Agitationszentren waren, garnisonierten ebenfalls jüdische Truppen: in Jaffa die amerikanischen Soldaten, in Haifa die palästinensischen. Nur in Jerusalem hielt man hartnäckig daran fest, die jüdische Legion nicht hineinzulassen. Doch davon später. In Jerusalem stand ein englisches Bataillon. Aber das ganze Land war durch eine Kette jüdischer Legionäre gesichert. Und das Resultat? Zwei Monate absoluter Ruhe und Ordnung. fj errscht in einem Lande Ruhe, so leidet darunter der Schreiber der Zeitgeschichte. Es fehlt ihm an Material. Ueber diese Periode ist nichts zu berichten. Solange die Legion eine bemerkbare Macht in Palästina war, ereigneten sich dort keine Zusammenstöße, und niemand dachte ernst daran dem ägyptischen Beispiel zu folgen. Erst nachdem infolge der Demobilisierung von unseren 5000 Soldaten bloß vierhundert zurückgeblieben waren, erst dann wurden Trumpeldor und seine acht Kameraden in Tel-Chaj erschossen und entstand in Jerusalem ein Pogrom. Aber diese beiden Tragödien gehören nicht in die Geschichte hinein, die ich erzählen will. Ich berichte hier über die Legion: solange die Legion als Legion bestand, war es ruhig und still, und der militärische Chronist hatte nichts zu verzeichnen. Das halte ich im allgemeinen für die Hauptaufgabe einer" jüdischen Legion in Palästina, auch jener neuen Legion, für die nunmehr eine der zionistischen Richtungen kämpft und bis zur Erreichung dieses Zieles kämpfen wird: eine Legion wird benötigt, damit der Militärchronist in Hinkunft kein Material finde. Dem Geschichtsschreiber des Aufbauwerkes soll Material geboten werden, aber dem Aufzeichner der Unruhen und Zusammenstöße — keines. Wie im Jahre 1919. Und hier will ich bei einer Frage verweilen, die in den zionistischen. Diskussionen eine bedeutende Rolle spielt: ist es wahr, daß eine jüdische Legion aufreizt und provoziert?

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