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Menorah · 1928-10-01 · Heft 10 (Oktober 1928) · p. Seite 584

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 10 (Oktober 1928)
Article
Dschungeljuden
Date
1928-10-01
Page
Seite 584 (sequence 8)
Language
German
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584 MENORAH des Regenwassers, von Bewässerungsgräben, von Straßen, mußten gebaut werden. Und schließlich mußte das Zuckerrohr gepflanzt werden. Im zweiten Jahre kamen Schiffe aus Amsterdam den Fluß herauf, um mit der Yaddo Savannah Geschäfte zu machen. Die Zuckerpflanzer kauften wenig und verkauften viel (in Tonnen gerechnet), so brauchten die Schiffer für die Fahrt nach dem Westen Ballast. Hierfür eigneten sich am besten die ausgezeichneten, flachen, holländischen Ziegel, für die in ganz Guyana ein flotter Markt bestand. Besonders in der Savannah war rege Nachfrage, und bald brachten die Schiffer auch behauene Marmorblöcke, kunstvolle Mosaiken und anderes Baumaterial. Die provisorischen Häuser wurden niedergerissen und schöne Gebäude im europäischen Stil an ihrer Stelle errichtet. Im Jahre 1685, bloß fünf Jahre nach der Gründung der Kolonie, errichteten die Siedler die erste Synagoge in Amerika und nannten ihre Gemeinde Kehillat Brachah we Schalom. Eine breite Freitreppe führte zum Tempel hinauf, so schön geschmückt als es das Gesetz gestattete. Rundumher wurde ein kleiner Park angelegt, mit den ausgesuchtesten tropischen Blumen und Sträuchern bepflanzt. Am 12. Oktober 1685 (8. Heschwan 5546) wurde er eingeweiht und David Pardo aus London zum Rabbi ernannt. Der Wohlstand der Siedler wuchs. Bald waren alle provisoririschen Gebäude verschwunden, und die Farmer konnten von den breiten Veranden ihrer neuen Häuser auf die goldenen Wellen des trägen Surinam hinabblicken, oder über die meilenweiten Felder des Zuckerrohrs, wo die Sklaven in der heißen Sonne arbeiteten. Straßen führten durch die Felder, bequeme Fahrdämme waren angelegt. Aus Europa kamen Bücher, Möbel, Kleider, alle Paraphernalia eines luxuriösen kolonialen Lebens. Um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts zählte die Judensavannah mehr als 10 000 Einwohner. Eine zweite sephardische Synagoge wurde an der Küste von Paramaribo gegründet und im Jahre 1719 eingeweiht. Der gelbe Fluß war beständig von Schiffen belebt. Der Urwald hatte seine Stille eingebüßt. Mühlen klapperten, Aexte krachten, Peitschen knallten, Musik und Lachen störte den einstigen Frieden. Auch nachts war es nicht immer ruhig in Yaddo Savannah. Immer häufiger wurden die Fälle, daß Sklaven der Peitsche müde wurden und in das Unterholz flohen. Hier fühlten sie sich zu Hause,

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