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Menorah · 1928-10-01 · Heft 10 (Oktober 1928) · p. Seite 585

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 10 (Oktober 1928)
Article
Dschungeljuden
Date
1928-10-01
Page
Seite 585 (sequence 9)
Language
German
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DSCHUNGELJUDEN 585 ganz wie in ihrer wahren Heimat, und allmählich sammelten sie sieh in Stämmen, lebten ihr wildes Leben wie einst in einem anderen Erdteil, und sahen finster zurück, wo sich in der Ferne der Rauch aus den Häusern der Savannah kräuselte. Und immer häufiger hörte man aus den dunklen Wäldern jenseits der letzten Felder ein unheimliches, düsteres Grollen, den Klang der Trommel, von mageren schwarzen Fingern gerührt. Es war eine Warnung an die Juden der Savannah, daß die Opfer, die beim Bau ihrer Stadt gefallen waren, einst eingefordert werden sollten. Die Juden hörten die Trommel und waren bedrückt. Sie waren dem Haß und der Grausamkeit der Weißen entflohen, hatten den Dschungel bezwungen. Sollten sie den Söhnen des Japhet entkommen sein und nun von der Hand des Ham fallen? — Wie kam es nur, daß diese Pioniere trotz allem blind schienen gegen die Gefahr, daß sie fortfuhren, eine ganze Armee rachsüchtiger ehemaliger Sklaven im Dschungel gegen sich zu sammeln, die eines Tages ihr Untergang sein sollte? Es war eine heiße Nacht im Jahre 1718. Man hörte die Tomtoms näher als sonst. Es war Neumond, und aus dem dunklen Dschungel heraus brachen die Scharen der Rachegeister. Der erste Angriff galt der Pflanzung David Nassis. Er war der Führer der Gemeinde, ein Mitglied der reichsten Familie. Am Morgen lagen Mühlen und Vorwerke zerstört, ein rauchender Trümmerhaufen. So begannen die Buschneger ihren Kampf um die Befreiung von der Herrschaft der Weißen. Sowohl in Nordwie in Südamerika waren fortgelaufene Sklaven nichts Ungewöhnliches, aber nur in Surinam haben sie Heere aufgestellt und sind regelrecht in den Angriffskrieg gezogen. Dreimal in den ersten siebenundfünfzig Jahren des achtzehnten Jahrhunderts entwickelten sich die sporadischen Feldzüge zu regelrechten Kriegen. Und jedesmal waren die Schwarzen Sieger. Da Yaddo Savannah den äußersten Vorposten gegen den Dschungel bildete, war es naturgemäß den schlimmsten Angriffen ausgesetzt. Das unvermeidliche Ende wurde nur dadurch hinausgeschoben, daß die Juden sich als ausgezeichnete Soldaten erwiesen — wie sie in allem hervorragend waren, nur nicht als Herren. Die Savannah organisierte eine Selbstwehr und Mitglieder der Familien Nassi und Pareira waren die Anführer. Sie warfen mehrere Angriffe der Buschneger zurück und hielten die Insel. Zweimal aber, im Einvernehmen mit der holländischen Regierung, waren sie gezwungen,

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