Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1928)
- Article
- Der Tempel zu Jerusalem
- Date
- 1928-10-01
- Page
- 563 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Abb. 2. Chunsu - Tempel zu Karnak Das Vorhandensein der Bundeslade selbst ist historisch zu belegen. Sie stand am Ausgange der Richterzeit in Silo, fiel um 1100 in die Hand der Philister, wurde zurückgegeben — ich brauche nur an Davids Tanz vor der Lade zu erinnern — und ist um 1025 in Davids Tempel zu Jerusalem nachweisbar. Um 950 scheint sie dann zerstört worden zu sein. In der Folge entwickelt sich dann die Lehre, daß Gott sich nur im Tempel zu Jerusalem offenbare und daß mit der Vernichtung der Lade ihre Heiligkeit auf das Allerheiligste des Tempels übergegangen sei. Besonders hat es dann Salomo versucht, den nationalen Staat auf die Einheit des Kults in Jerusalem zu gründen. Die Baugeschichte des Salomonischen Tempels und seine mehrfache Wiedererrichtung will ich nur kurz streifen. Ums Jahr 1000 errichtete Salomo den ersten Bau, der am 10. Ab 568 v. d. g. Z. durch Nebukadnezar zerstört wird. Siebenzig Jahre später steht er in neuer Pracht wiederaufgerichtet, erbaut von Serubabel auf Betreiben der Propheten Chaggai und Zacharias. ,,Im 25. Jahre unseres Gefängnisses, im Anfang des Jahres am 10. Tage des Monats, das ist das 14. Jahr nachdem die Stadt geschlagen war, eben an demselben Tage kam des Herren Hand über mich und führte mich daselbst hin", also beginnt im 40. Kap. des Buches Ezechiel die großartige Vision dieses Propheten vom neuen, zweiten Tempel zu Jerusalem, eine Vision, die in die letzten Einzelheiten der Raumverteilung und der Maß Verhältnisse eindringt. Und dieser zweite Bau ist es, der 170 v. Chr. von Antiochus IV. gebrandschatzt und fünf Jahre später zur Makkabäerzeit wiederhergestellt und neu geweiht wird. Unter Herodes dann wird dieser Bau erweitert und mit außergewöhnlicher Pracht zum Teil neu gebaut und ausgestattet. Aber auch dieser Prachtbau sinkt an einem 10. Ab in Trümmer, geht im Jahre 70 n. Chr. bei der Eroberung Jerusalems durch Titus in Flammen auf. Wenig ist daher auch von diesen Bau-