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Menorah · 1928-10-01 · Heft 10 (Oktober 1928) · p. 562

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 10 (Oktober 1928)
Article
Der Tempel zu Jerusalem
Date
1928-10-01
Page
562 (sequence 2)
Language
German
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Abb. 1. Sargons Palast - Kujundschik Tempels sei! Und dieser „Nachweis" wird an Hand von „Wiederherstellungen" geführt, denen kaum mehr zugrunde liegt als die einander teilweise widersprechenden Maßangaben der heiligen Schrift! Das Beginnen, derartige Mystizismen in den Tempel hineinzugeheimnissen, erscheint noch um vieles hoffnungsloser als die Fülle ähnlicher Versuche für die Pyramiden Aegyptens, die doch wenigstens, wenn auch zum Teil zerstört, erhalten sind und an denen sich die „geheimnisvollen" Beziehungen nachprüfen lassen, eine Nachprüfung freilich, bei der sich nach dem Urteil eines Aegyptologen vom Range Borchardts, die „mystischen" Beziehungen in Nichts auflösen. So lohnt es sich kaum der Mühe, auf diese „Geheimnisse des Tempels Saloraonis" einzugehen, geschweige denn zu widerlegen. Die Grundlage aller Versuche, sich ernsthaft mit der Erscheinung und der Form des Tempels von Jerusalem zu beschäftigen, bilden notwendigerweise die Texte der Schrift. Im 24. und 25. Kap. des 2. Buches Mose berichtet die Bibel davon, wie Mose die Tafeln vom Sinai herabbringt und vom Volke ein Opfer an edlen Metallen und kostbaren Stoffen eingefordert wird, damit Gott ein Heiligtum errichtet werde, auf „daß er unter ihnen wohnecc. Es folgen genaue Vorschriften für die anzufertigende Bundeslade, den Opferaltar, den siebenarmigen Leuchter und so fort. In gleicher Weise schließt sich im folgenden Kapitel die Beschreibung der Stiftshütte an. Aus diesen Angaben geht unzweifelhaft hervor, daß die Stiftshütte, wie es der Natur der Sache bei einem auf Wanderschaft befindlichen Volke entspricht, aus leichten Materialien, in der Hauptsache Holz und Teppichen bestand, so daß ihrem jeweiligen Transport keine Hindernisse entgegenstanden. Daher ist es nur natürlich, daß von der Bundeslade und von der Stiftshütte kein Stück auf uns gekommen ist, das eine Rekonstruktion ermöglicht.

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