Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 9 (September 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 526 (sequence 4)
- Language
- German
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526 M ENOR A II einer Richtung. Gelang über ein Durchbruch, dann befand er sich im Rücken nicht bloß einer, sondern zweier Fronigruppen, die er durch flankierendes Vorgehen leicht aufrollen konnte. Daher die Behauptung, daß eine solche Flankenstellnng den Feind anzog, wie ein Turm oder ein hoher Baum den Blitz. Noch gefährlicher gestaltete sich unsere Lage dadurch, daß wir fast ganz ohne Artillerieunterstützung zurückblieben. Seinem geheimen Plan für die Offensive gemäß, konzentrierte Allenby die meisten Geschütze in der Gegend um Jaffa, um dort den entscheidenden Angriff zu machen. (Jaffa-Sektor, 15 Meilen lang, mit 400 Geschützen; übrige Front, 45 Meilen lang, mit nur 150). Das Resultat zeigte, daß der Plan gut war; indessen aber blieben sowohl wir, als auch die im Tal hinter unseren Stellungen liegende ,,Anzac"-Kavallerie ohne Geschützdeckung. Um dieselbe Zeit berichtete der Intelligenzdienst, daß die Türken siebzig Geschütze am anderen Ufer des Jordan gegenüber unserer Stellung konzentrierten. Es war klar, was das zu bedeuten hatte. Man stellte uns sowohl an den gefährlichsten, als auch an den schwächsten Punkt der ganzen Palästinafront. Dies noch in der schwersten Zeit, in der Sommerhitze, und in einem Momente, der den Krieg entscheiden mußte. Nochmals: ich verarge es niemandem. Kommandeur Bianchini, ein Offizier von großer Erfahrung, den die italienische Regierung als ihren Vertreter in den Waad Hazirim entsandt hatte, (oder so wenigstens erklärte man sich seine Anwesenheit) sagte uns später folgendes: „Bei allein Respekt vor den jüdischen Bataillonen und vor Allenby, hätte ich an seiner Stelle Soldaten mit nur dreimonatiger Kriegserfahrung nicht auf einen solchen Abschnitt geschickt. Wahrscheinlich hatte er von Ihren Boys eine hohe Meinung." Und ich neige der Auffassung zu, daß er um jene Zeit tatsächlich eine solche Meinung von uns hatte. Unser Dienstrekord in den Bergen Ephraim war erstklassig gewesen, unsere Patrouillen schlichen sich dort oft bis zu den feindlichen Wachtposten heran und sammelten wichtige Informationen über die Zusammenstellung der türkischen Front. Allenbys Hauptquartier hatte einmal unserem Erkundigungsoffizier, Leutnant Abrahams, seinen besonderen Dank dafür zukommen lassen. Dann war der Perzentsatz der Malaria fälle — bis wir in die Jordan ebene kamen — bei uns ein viel geringerer gewesen, als bei den anderen Regimentern, ein neuerlicher Beweis für eine schon oft konstatierte Tatsache, daß der Jude, obwohl seine Muskeln und seine Brust nicht so gut entwickelt sind, im allgemeinen über einen gesünderen Organismus verfügt als der durchschnittliche Arier. Eine gewisse