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Menorah · 1928-09-01 · Heft 9 (September 1928) · p. Seite 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 9 (September 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-09-01
Page
Seite 524 (sequence 2)
Language
German
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524 MENORAH Engländer und Australier, bestätigten mir, daß diese zwei Monate in dem schlimmsten und verworfensten Winkel der ganzen Weltfront schon an sich eine militärische Leistung bedeuten, die man mit vollem Recht mit jeder beliebigen, in der Geschichte aller Armeen bekannten Probe von Ausdauer vergleichen kann. In der ganzen Jordanebene gibt es denn auch keine andere Stelle, die so öde und vergiftet ist, wie die „Mellacha". Es ist ein schmales Tal, das 10 Meilen lang parallel mit dem Jordan läuft, fast ohne einen einzigen grünen Fleck. Die Erde ist weißgrau, schmeckt sal/Jg und bitter — vielleicht ein Entdeckungsgebiet für künftige Chemiker. In der Mitte des Tales rinnt ein dünner Streifen Salzwasser, einen Schritt breit, aber groß genug, um die ganze Gegend mit den schlimmsten Malariamiasmen anzustecken. Menschen, die für tragische Schönheit, für die Schönheit der Zerstörung und des ewigen Todes ein Auge besitzen, werden hier auf ihre Rechnung kommen. Diese weißgrauen Berge von allen Seiten, (sie sehen wie schmutziges, mit Kali und Salpeter vermengtes Salz aus) erinnern an das Ende von Sodom und Gomorrha. Und wenn man einen dieser Berge besteigt, vernimmt man den gewaltigen Widerhall von Gottes Fluch; hier bietet sich einem das Schauspiel irgendeiner Erdkatastrophe der Urschöpfung dar, unnatürlich verrenkte, behauene Felsen, (nicht umsonst glauben die Christen, daß Satan auf einem dieser Felsen sein vierzigtägiges Gespräch mit Jesus abhielt) und eine gelbe, nackte Wüste, wo hohe Staub- und Sandwirbel einander jagen. Wie schon sind deine Zelte, Jaakob, deine Wohnungen Israel! Hier standen unsere Zelte. Die amerikanischen Kompagnien besaßen zwar einen besseren Lagerplatz, er lag westlich von der Mellacha, im Tale des Audscha-Flusses, dessen Wasser süß ist. Er wurde noch früher ,,kanalisiert", das heißt, seine Ufer wurden mit Steinen verschanzt, damit keine sumpfigen Teiche als Brutstätte für Malariamoskitos entstehen. Aber bei uns in der Mellacha fühlte sich die Malaria wie zu Hause. Jeden Abend sahen wir eine Kette von Kamelen das Tal entlang ziehen, zehn, fünfzehn, manchmal sogar zwanzig Tiere mit ihrem weichen, stolzen Gang, auf jeder Seite des Höckers einen Hemak tragend und in jedem Hemak einen kranken Kameraden. Hier genaue Daten: mein Bataillon kam 800 Mann stark in die Jordanebene; bis zur Offensive verblieben 550; nach dem Siege kehrten bloß 163 nach Ludd zurück und von 30 Offizieren 17. Nicht mehr als zwanzig hatten wir an Toten und Verwundeten verloren, der Rest ging auf Rechnung der Malaria. Der größte Teil kehrte dann bleich und hager, aber ge-

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