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Menorah · 1928-09-01 · Heft 9 (September 1928) · p. Seite 496

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 9 (September 1928)
Article
Wenn die Juden verstünden Politik zu machen
Date
1928-09-01
Page
Seite 496 (sequence 3)
Language
German
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496 M E N O R A Ii war, beweist der Autor, daß England drei Viertel aller bekannten Petroleumquellen der ganzen Welt kontrolliert. Hinter den meisten Unternehmungen steht die Regierung und von Asien bis nach Zentralamerika werden Staaten umgemodelt, Regierungen gestürzt, Revolutionen angezettelt, um Petroleumgebiete in die Hand zu bekommen. Dem will und kann Amerika nicht ruhig zusehen, um so mehr als nach der Behauptung Mr. Dennys die englischen Besitzer amerikanischer ölfeider diese ungebührlich ausschöpfen, so daß der gesamte Vorrat Amerikas unter der Erde kaum mehr als sechs Jahre vorhalten wird. Petroleum bedeutet Benzin als Triebkraft für Industrien, für Schiffe und andere Kriegsmaschinen: dem Besitzer der Weltvorräte in Petroleum wird die Welt gehören. Das Buch endet mit folgenden Worten: „Der Krieg ist möglich, der Krieg ist wahrscheinlich." Mir aber scheint es, als ob der Krieg schon begonnen hätte. Der Einmarsch Japans in Mittelchina, die Besetzung von Peking, die das große Reich teilt, kann nur mit Englands Einvernehmen unternommen sein und die diplomatischen Mitteilungen verhehlen nicht das Mißfallen der U. S. Japan wird China nie wieder räumen, es sei denn, daß von den Schiffen der U. S. die Kanonen donnern. Ein geeintes China wäre eine Bedrohung der englischen Vorherrschaft im fernen Osten, während die U. S. die einheitliche Entwicklung auf Basis des Volkswillens diesem volkreichsten Staate der Welt gönnt, und zwar im Interesse ihres Handels und der politischen Freundschaft mit einem starken China, das Japan niederzuhalten imstande wäre: denn Japan bedeutet mit seiner überstark zunehmenden Bevölkerung auf sterilem Boden eine stete Gefahr für das Amerika des pazifischen Ozeans, besonders der Philippinen, die einen Damm, eine vorgeschobene Festung im indischen Ozean gegen asiatisches Vordringen bedeuten. Wir sehen, daß der Zusammenstoß keine fünfzig Jahre auf sich warten ließ, wenngleich England, wie so oft, vorläufig unter fremder Flagge kämpft. Die chinesischen Generale, deren Namen wir uns kaum zu merken imstande sind, waren auch zumeist Werkzeuge fremder Mächte. Das alles waren Zwischenspiele, in Wirklichkeit stehen wir jetzt erst vor dem eigentlichen Krieg in China. Auch der Einfall der Mongolen in der Mandschurei soll ein Manöver Japans sein, geeignet China zu stören und die U. S. zu reizen. Und nun fragt der ungeduldige Leser, was hat das mit den mehr oder minder großen Fähigkeiten der Juden für die praktische Politik zu tun? Je nun, die Juden verstehen viel von Politik, fast mehr als alle anderen Völker, sie lernen von Jugend auf geschichtlich denken, wenn

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